Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 08.05.2019


Bezirk Schwaz

Kultureller Nahversorger in Buch sucht neue Mitstreiter

„Kultur am Land“ freut sich über Kulturinteressierte, die ihre Ideen mit dem seit 33 Jahren bestehenden Verein verwirklichen wollen.

Höhepunkt des Vereinsjahres: das Zommkemma-Festival mit dem Weltmarkt (Foto), das heuer beim Vereinslokal in Buch am 25. und 26. Mai über die Bühne geht.

© kultur am landHöhepunkt des Vereinsjahres: das Zommkemma-Festival mit dem Weltmarkt (Foto), das heuer beim Vereinslokal in Buch am 25. und 26. Mai über die Bühne geht.



Von Angela Dähling

Buch i. T. – Provokant, rebellisch, irgendwie abgedriftet – am Verein „Kultur am Land“ haftete einst ein Image, mit dem sich die breite Masse eher schwer identifizieren konnte. Inzwischen ist aus dem aufmüpfigen Teenager ein entspannter Erwachsener geworden: 33 Lenze zählt „Kultur am Land“ bereits.

Obmann Armin Kirchmair ist, seit er 15 Jahre alt ist, mit dabei – nicht zuletzt durch seinen Vater, der einst den Verein führte. „Jetzt bin ich 42, habe Haus und Kind, und naturgemäß bringt das viele Veränderungen mit sich“, erklärt er. Etlichen Vereinsmitgliedern geht es wie ihm. „Wir haben viele Ideen, wollen was erneuern. Aber leider fehlt oft die Zeit“, sagt Armin Kirchmair. Zehn aktive Mitglieder gibt es noch, gerne könnten es wieder mehr werden. „Es kommen bereits neue Leute dazu und wir laden alle Interessierten ein, mitzumachen“, sagt Kirchmair. Eine Vereinsmitgliedschaft ist dabei nicht unbedingt nötig. „Wenn jemand eine kulturelle Idee hat und einen Raum sucht, kann er uns einfach kontaktieren. Und dann schauen wir, ob wir zusammenkommen und gegenseitig profitieren können“, sagt Kirchmair.

Auf diese Weise sei auch das Kunst-&-Kultur-Café entstanden, das inzwischen am letzten Freitag jeden Monats stattfindet (außer im Mai).

„Kultur am Land“ sieht sich als kultureller Nahversorger und als ein Verein, der kulturelle Lücken füllt und alle Schichten der Bevölkerung anspricht. Jazz-Angebote gibt es einige im Bezirk und auch moderne Volksmusik hat bereits ihren Platz. „Wir setzen daher unter anderem auf Weltmusik – etwa aus Afrika oder Lateinamerika“, erklärt Kirchmair. Aber auch Kinofilme abseits des Mainstreams – heute läuft ab 20.15 Uhr „Joy im Iran“ – werden gezeigt und diverse Veranstaltungen für Kinder angeboten. „Wir wollen auch spezielle Workshops anbieten, aber eben solche, die nicht an Volkshochschulen zu finden sind“, sagt Kirchmair. Höhepunkt des Vereinsjahres ist das Zommkemma-Festival, das heuer zum zehnten Mal stattfindet und am 25. und 26. Mai über die Bühne geht. Los geht es Samstag um 11 Uhr bei freiem Eintritt mit dem Weltmarkt und einem breitgefächerten kulinarischen Angebot sowie Kleinkünstlern und Straßenmusikern. Samstagabend sorgen Sologitarrist Mario Parizek, die Italo-Ska-Band Babbutzi Orkestar und Dactah Chando aus Teneriffa mit modernem Reggae-Sound für Stimmung (VVK 15 €). Feinsten Latein-Fusion-Jazz liefert José Terán mit Band zum Frühschoppen (VVK 15 €) am Sonntag.




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