Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 10.05.2019


Landeck/Imst

Unesco wertet Kulturgut der „Waaler“ auf

Die Rieselbewässerung im Oberland sicherte das Überleben der Menschen. Die Methode fand Aufnahme in das nationale Unesco-Kulturerbe-Verzeichnis.

Urkundenverleihung in Landeck – BH Markus Maaß, Kurt Tschiderer, „Waaler“ Stefan Nothdurfter, Unesco-Repräsentantin Gabriele Detschmann, VBM Ferdl Beer und BM Raimund Waldner (v. l.).

© WenzelUrkundenverleihung in Landeck – BH Markus Maaß, Kurt Tschiderer, „Waaler“ Stefan Nothdurfter, Unesco-Repräsentantin Gabriele Detschmann, VBM Ferdl Beer und BM Raimund Waldner (v. l.).



Landeck, Imst – Offiziell ist die Rieselbewässerung am 2. Oktober 2018 ins nationale Unesco-Verzeichnis für immaterielles Kulturerbe aufgenommen worden – in der Kategorie „Wissen und Praktiken im Umgang mit Natur und Universum“. Die Urkunden wurden am Mittwoch an der BH Landeck überreicht, die Feierstunde moderiert hat Kurt Tschiderer, Altbürgermeister von Pettneu.

„Der Eintrag ins Unesco-Verzeichnis ist eine Würdigung der Leistungen, die über Jahrhunderte erbracht worden sind“, hob „Waaler“ Stefan Nothdurfter aus Stanz hervor. Erfreulich sei, „dass heute noch Leute bereit sind, die Bewässerungsanlagen zu erhalten“. Die Leistung der „Waaler“ (Waalhüter, Waalbetreiber) beschreibt er kurz und bündig: „Sie bringen das Wasser zum Waalbrett.“ Doch hinter der Bewässerungsmethode, die das Überleben der Menschen in Trockengebieten über Jahrhunderte sicherte, steckt viel Arbeit, wie Tschiderer festhielt. „Die Waale müssen händisch geräumt und gewartet werden, bevor Wasser mit dem Wasserbrett verteilt werden kann“, erläuterte Andreas Schöpf, „Waaler“ in Ried/Frauns.

Mathias (l.) und Lukas Schöpf aktivieren die Rieselbewässerung in Ried.
Mathias (l.) und Lukas Schöpf aktivieren die Rieselbewässerung in Ried.
- Wenzel

„Die Rieselbewässerung im Tiroler Oberland zeichnet sich durch effizienten und ausgewogenen Umgang mit Wasser aus“, heißt es in der Erklärung der Unesco-Kommission.

20 Jahre habe er mit Wasserrecht zu tun gehabt, verriet BH Markus Maaß: „Es freut mich sehr, dass die uralte Tradition der Rieselbewässerung nach wie vor gepflegt wird.“ Maaß und sein Imster Amtskollege Raimund Waldner dankten und gratulierten den „Waalern“ in Ried, Prutz, Grins, Stanz, Landeck, Imst, Tarrenz und Haiming. (hwe)




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