Letztes Update am Mo, 13.05.2019 14:52

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Wien

Eskalation an Wiener HTL: Schüler-Ausschluss und Ombudsstellen gefordert

Nach dem Konflikt zwischen einem Lehrer und mehreren Schülern einer HTL in Wien-Ottakring beantragte die Schule den Ausschluss von sechs Schülern. Die drei großen Elternverbände in Österreich fordern die Schaffung von Ombudsstellen für Fälle wie diesen.

(Symbolbild)

© Murauer(Symbolbild)



Wien – Im Fall jenes handgreiflichen Konflikts an einer HTL in Wien-Ottakring, der zu breiten Diskussionen über Gewalt an Österreichs Schulen geführt hat, wird es für mehrere Schüler Konsequenzen geben.

Die Schule beantrage den Ausschluss von sechs Schülern, drei weiteren werde dies angedroht, sagte Bildungsminister Faßmann (ÖVP) in der ORF-Diskussionssendung „Im Zentrum“ am Sonntagabend. Für zwei weitere Schüler bleibe es bei einer Ermahnung, so das Ergebnis der Disziplinarkonferenz der Schule.

Laut Faßmann hätte man früher reagieren müssen, der Konflikt habe schließlich bereits vergangenen Herbst begonnen. Ein früherer Schulausschluss hätte eine „präventive Wirkung“ haben können und es möglicherweise nicht zur Eskalation kommen lassen, so Faßmann.

Unterdessen arbeitet weiterhin eine Kommission an einer Klärung der Vorfälle, bis Mitte nächster Woche soll ihr Bericht vorliegen. Die Kommission soll herausfinden, wieso die Situation in der Klasse derart eskalieren konnte. Auch die Rolle des Schulleiters soll beleuchtet werden. Die Entscheidung des Ausschlusses muss von der Bildungsdirektion bestätigt werden, diese will dafür laut einem Sprecher den Bericht der Kommission abwarten.

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Eltern fordern Rat und Hilfe außerhalb von Bildungsdirektion

Die drei großen Elternverbände fordern angesichts der Berichte über den Konflikt indes die Schaffung niederschwelliger Ombudsstellen in ganz Österreich. Eltern müssten auch abseits der Bildungsdirektionen Rat und Hilfe finden können, hieß es in einer gemeinsamen Aussendung der Verbände an Pflichtschulen und höheren Schulen sowie der katholischen Elternvereine.

An der HTL in Ottakring hatte ein Lehrer im Zuge einer handgreiflichen Auseinandersetzung einen Schüler angespuckt und wurde anschließend von diesem gegen die Tafel gestoßen, wie im Internet kursierende Handyvideos zeigen. Es soll bereits davor immer wieder Probleme zwischen dem Lehrer und den Schülern dieser Klasse gegeben haben, laut Medienberichten sollen Schüler den Lehrer gemobbt haben, dem wiederum vorgeworfen wird, er habe Schüler rassistisch beleidigt.

Kein Thema ist indes ein von der Gratiszeitung heute (Montag-Ausgabe) verbreitetes Video, das zeigt, wie ein Wiener HTL-Lehrer einen Schüler mit einem Besen aus der Klasse jagt. Der Vorfall liege bereits mehrere Jahre zurück, hieß es auf Nachfrage. (APA/TT.com)