Letztes Update am Mo, 13.05.2019 14:11

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Innsbruck

Schild in Innsbruck umgestaltet: Aus „Grüß Göttin“ wurde „Grüß Hötting“

Das „Grüß Göttin“-Schild, das seit vergangener Woche am Kreisverkehr Innsbruck-Mitte steht, wurde in der Nacht auf Montag umgestaltet. Eine Protestaktion steckt nicht dahinter.

Das "Grüß Göttin"-Schild wurde umgestaltet.

© Thomas Boehm / TTDas "Grüß Göttin"-Schild wurde umgestaltet.



Innsbruck – Es war wohl eine Frage der Zeit: Erst vergangene Woche wurde die Installation „Grüß Göttin“ der Künstlerin Ursula Beiler aus Silz an ihrem neuen Standort in Innsbruck aufgestellt – nun wurde sie bereits „umgestaltet“. „Grüß Hötting“ prangt seit Montag in großen Lettern auf dem Schild am Kreisverkehr Innsbruck-Mitte. Mehrere Buchstaben wurden dafür mit anderen überdeckt.

„Menschen zu mehr Freundlichkeit animieren“

Wer hinter der Aktion einen Protest gegen die polarisierende Installation vermutet, liegt falsch: „Meine Freunde wollten mit der Aktion einfach nur Leute grüßen“, erklärt ein Innsbrucker, der sich am Montag per Mail an die Redation gewandt hatte, die Aktion gegenüber TT Online. Das Motiv: „Menschen zu mehr Freundlichkeit animieren.“ Als Protest gegen Ursula Beilers Installation wollen die Verantwortlichen, die anonym bleiben wollen, die Aktion jedenfalls „auf keinen Fall“ verstanden wissen. Das Schild sei durch die Umgestaltung in keinster Weise beschädigt worden, so der Innsbrucker.

Die „Umgestalter“ hoffen nun, mit der Aktion Nachahmer zu finden. Wie das aussehen soll? „Vielleicht grüßt irgendwann Vomp mit einem Schild Schwaz oder Schwaz eine andere Stadt“, so der Innsbrucker. Man hofft, dass sich die Aktion unter dem Hashtag #wordgreetingchallenge verbreitet. Weitere Umgestaltungen des Schildes in Innsbruck sind demnach bereits in Planung.

„Grüß Göttin“ – von Kufstein nach Innsbruck

Von August 2009 bis Ende Jänner 2016 hieß die „Grüß Göttin“-Tafel an der Inntalautobahn bei Kufstein-Nord nach Tirol kommende Verkehrsteilnehmer willkommen. Dort überstand das Kunstwerk teils heftige Kritik, Blasphemie-Vorwürfe und mehrere Vandalenakte. Zuletzt lagerte die Installation in der Remise der Innsbrucker Verkehrsbetriebe. (TT.com)