Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 16.05.2019


Bezirk Schwaz

Lärmender Nachwuchs wird für Stadt zur Herausforderung

Beim Schwazer Stadtforum hatten die Bürger viele Anliegen. Krawall durch Kinder und Jugendliche wird zunehmend zum Problem.

Der Silbersaal am Dienstagabend: Viele Schwazer lauschten den Ausführungen von BM Hans Lintner, etliche hatten Fragen an ihn.

© DählingDer Silbersaal am Dienstagabend: Viele Schwazer lauschten den Ausführungen von BM Hans Lintner, etliche hatten Fragen an ihn.



Von Angela Dähling

Schwaz – Volle Sitzplätze bis hinauf in die Galerie im Silbersaal des SZentrum. Das schaffen nur wenige Veranstaltungen. Die öffentliche Gemeindeversammlung der Stadtgemeinde Schwaz zählte Dienstagabend dazu.

Bürgermeister Hans Lintner verschaffte den Schwazern einen Überblick darüber, welche Projekte die Gemeinde kürzlich abgeschlossen hat und welche noch im Laufen sind. Neue Wohnanlagen in der Waizer-Straße, Körner-Straße, Innsbrucker Straße und im Minkusfeld sind darunter. Und auch der Raika-Parkplatz in der Innenstadt wird verbaut – hierhin wird die Tiroler Gebietskrankenkasse samt Zahnambulanz vom BKH aus übersiedeln. Investitionen in bauliche Maßnahmen bei den Volksschulen, am Königfeld (Parkhaus), Stadtplatz (Tiefbrunnen) sowie der Neubau des Bahnhofs und des abgebrannten Altenheims St. Josef kamen ebenfalls zur Sprache.

Die Tage für das gratis nutzbare Parkhaus zwischen Schwimmbad und Sportzentrum am Paulinum dürften gezählt sein. „90 Autos standen heute dort. Und keiner war bei diesem Wetter schwimmen und auch am Sportplatz war nichts los“, sagte BM Lintner. „Das Parkhaus wird somit von jenen genutzt, für die es nicht gebaut wurde“, zeigte der Stadtchef auf und erklärte, dass das so nicht bleiben könne.

Die anschließende Diskussion mit den Bürgern begann mit Gelächter. Grund war Lintners Antwort auf die Frage, warum er in seinen Ausführungen immer von „Stakeholdern“ (Interessensvertreter) spreche und ob es da kein deutsches Wort gebe. „Ja, gibt es. Ich wollte nur zeigen, dass ich das andere auch weiß“, antwortete der Stadtchef.

Viele Bürger kamen mit persönlichen Anliegen: Briefe seien seitens der Stadt nicht beantwortet worden, der Straßenbelag in der Fußgängerzone wurde kritisch hinterfragt und der Ruf nach Sanierungen alter Stadtwohnungen laut. Auch der Fall eines Kindes, das sich nach der Schule aus Angst, verprügelt zu werden, nicht heim traut, wurde angesprochen. Eine Schwazerin aus dem Ortsteil Ried wollte wissen, ob dort tatsächlich 40 neue Häuser gebaut werden sollen und sagte, dass man das nicht wolle. Man denke hier über eine naturnahe Stadtentwicklung nach, aber es gebe noch keine Entscheidung wich Lintner aus.

Auch der andauernde Krawall am Spielplatz samt Funcourt beim Spötl-Weg regt auf. „Abends kommen dann die Jugendlichen und drehen Musik auf. Mehr als die Hälfte sind bei uns schon ausgezogen. Wir fühlen uns im Stich gelassen“, klagte eine Anrainerin. „Es gibt zwar Regeln dort, aber es drohen keine Konsequenzen bei Verstoß, wenn die Kinder unter 12 Jahre alt sind“, ist sich Lintner des rechtlichen Problems bewusst. Es gebe leider immer mehr Konflikte, weil Kinder bis spät nachts im Freien seien. Vielen Menschen sei die Verbauung von Grünflächen zudem offenbar lieber als ein Spielplatz. „Kinder brauchen aber Platz“, bekräftigte er. Durch die Einzäunung des ganzen Spielplatzes und die Einführung von Öffnungszeiten will die Stadt das Problem am Spötl-Weg lösen.