Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 17.05.2019


Bezirk Landeck

Pathologie-Haus im Umfeld des Spitals Zams umstritten

Umweit des Krankenhauses könnte Objekt für Labor-Dienstleistungen entstehen. Anrainer will mit Unterschriftenaktion dagegen protestieren.

Im Umfeld von „Haus 3“ – ein Zubau an das Krankenhaus St. Vinzenz – könnte ein Objekt für Labor-Dienstleistungen entstehen. Der Standort des Pathologie-Projekts ist jedoch umstritten.

© WenzelIm Umfeld von „Haus 3“ – ein Zubau an das Krankenhaus St. Vinzenz – könnte ein Objekt für Labor-Dienstleistungen entstehen. Der Standort des Pathologie-Projekts ist jedoch umstritten.



Von Helmut Wenzel

Zams – „Bei uns ist es etwas eng geworden“, schildert der Facharzt für Pathologie, Peter Obrist. Er und ein Partner betreiben in Zams ein Pathologie-Labor, ein privates Unternehmen mit 100 Mitarbeitern. Im Gemeinderat wurde bekannt, dass die Firma zu den fünf größten Kommunalsteuerzahlern in der Gemeinde aufgerückt ist.

„Seit fünf Jahren überlegen wir, wo es für uns einen besseren Standort geben könnte“, sagte Obrist im TT-Gespräch am Donnerstag. „Noch ist kein Projekt eingereicht, aber in Absprache mit dem Krankenhaus St. Vinzenz gäbe es die Möglichkeit für einen Bau im Umfeld des Spitals.“ Wobei der Spitalsbetreiber Bauherr sein würde. Obrist und sein Team könnten Synergieeffekte auf dem Spitalsgelände nutzen, an einem Standort angrenzend an „Haus 3“.

Das Vorhaben ruft bereits kritische Anrainer im Ortsteil Perdann auf den Plan. Einer davon ist Daniel Schöpf, der „gegebenenfalls“ Unterschriften sammeln will. „Das Krankenhaus dehnt sich immer mehr in Richtung Dorf aus“, zeigt er auf. Mit dem Pathologie-Projekt sei eine Zufahrt über Perdann zu befürchten. „Meiner Ansicht nach fehlt eine entsprechende Raumplanung und auch ein Verkehrskonzept. Das ganze Dorf leidet darunter, der Verkehr rollt von allen Seiten zum Krankenhaus.“ Ein weiterer Störfaktor seien „die ununterbrochenen und meist sinnlosen Hubschrauberflüge über bewohntes Gebiet, auch in der Nacht“. Die Bevölkerung werde in die Planungen nicht eingebunden, „sondern meist vor vollendete Tatsachen gestellt“. Man müsse um die Lebensqualität der Anrainer in Wohngebieten fürchten, die an das Krankenhaus angrenzen. „Was muss sich die Bevölkerung noch alles bieten lassen?“, fragt sich Schöpf. Obrist sagte dazu, es gebe die Option für einen Grundstücks- tausch mit dem Anrainer.

Irritiert zeigte sich Bürgermeister Siggi Geiger. „Es hat bisher erst inoffizielle Gespräche zu diesem Projekt gegeben. Ein Bauansuchen ist am Gemeindeamt bisher jedenfalls nicht eingereicht worden.“ Die Vorgangsweise des Beschwerdeführers sei „etwas seltsam“. Dass auf der ehemaligen ÖBB-Trasse in Perdann eine neue Zufahrt zum Krankenhaus entstehen würde, sei eine „sehr unrealistische“ Vermutung.

Der Gemeinderat bzw. der zuständige Ausschuss werde das Pathologie-Projekt behandeln, „sobald es eingereicht ist“, so Geiger. Zudem weist er den Vorwurf, dass die Bevölkerung nicht informiert werde, entschieden zurück.




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