Letztes Update am Fr, 24.05.2019 14:46

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bezirk Kufstein

Mitarbeiterin ist im Krankenhaus Kufstein an Masern erkrankt

Zwei Wochen nach Bekanntwerden eines Masernfalles in Kufstein berichtet das Land Tirol von einem weiteren. Die Betroffene ist eine Mitarbeiterin des Kufsteiner Krankenhauses, die im ansteckungsfähigen Zeitraum noch im Dienst war. Mögliche Kontaktpersonen werden aufgerufen, sich zu melden.

Masern gehen mit grippeähnlichen Symptomen und später einem charakteristischen Hautausschlag einher.

© imago stock&peopleMasern gehen mit grippeähnlichen Symptomen und später einem charakteristischen Hautausschlag einher.



Kufstein – Wieder ein Masernfall in Tirol: Wie das Land am Freitag via Aussendung mitteilte, wurde bei einer Mitarbeiterin des Kufsteiner Krankenhauses die hochansteckende Infektionskrankheit diagnostiziert. Die Frau sei demnach im ansteckungsfähigen Zeitraum noch im Dienst gewesen, da die sichtbaren Symptome erst später eintraten. Mittlerweile sei die Frau isoliert worden und stehe unter ärztlicher Behandlung.

„Wichtig ist, dass alle möglichen Kontaktpersonen auf Symptome achten“, warnte Bezirkshauptmann Christoph Platzgummer. Demnach arbeite die Frau im BKH Kufstein auf den Internen Stationen bzw. in der Internen Ambulanz.

Mögliche Kontaktpersonen sollen sich melden

Da für Personen unter 50 Jahren die Durchimpfungsrate als schlecht angesehen wird, ist folgender Hinweis für diese Personen besonders wichtig: Wer sich von Donnerstag (16. Mai 2019) bis Samstag (18. Mai 2019) während des Tages oder am Sonntag (19. Mai 2019) von 8.30 bis 10.30 Uhr auf den Internen Stationen bzw. in der Internen Ambulanz oder sich am Montag (20. Mai 2019) von 11.30 Uhr bis 13.30 Uhr im Internen Ambulanzbereich als Patient aufgehalten hat, muss Folgendes beachten: „Die möglichen Kontaktpersonen sollen darauf achten, ob sich ab diesem Wochenende für circa weitere 14 Tage Symptome einer Masernerkrankung einstellen. Im Verdachtsfall gilt es, den Hausarzt zunächst telefonisch zu kontaktieren“, sagt Impfexpertin Anita Luckner-Hornischer von der Landessanitätsdirektion.

Typische Vorsymptome sind Schnupfen, Bindehautentzündung, Lichtscheue, trockener Husten und hohes Fieber. Üblicherweise tritt ein bis vier Tage nach diesen Vorsymptomen der großfleckige Hautausschlag auf, beginnend hinter den Ohren und im Gesicht und dann auf den ganzen Körper ausbreitend. In der Regel treten bei nicht immunen Personen circa zehn bis 14 Tage nach Kontakt mit einem Erkrankten die ersten grippalen Symptome von Masern auf.

Masern sind üblicherweise bis zu neun Tage ansteckend. Das Land rät Personen, die mit der erkrankten Person in Kontakt gekommen sein könnten und in Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen oder Kindergärten arbeiten oder häufigen Personenkontakt haben, eine Masern-IGG-Bestimmung (der sogenannte „Titer-Test“, der den Schutzstatus im Körper ermittelt) ehestmöglich bei einem niedergelassenen Arzt durchführen zu lassen, sofern keine zwei MMR-Impfungen nachgewiesen werden können. Die Ärzte für Allgemeinmedizin wurden bereits diesbezüglich informiert.

Empfohlenes Verhalten bei Masern-Symptomen

Für die genannten Personen – also jene, die nach 1970 geboren wurden, keine zwei MMR-Impfungen haben und in der genannten Zeit einen Krankenhausaufenthalt hatten – gilt es, bei Auftreten von grippalen Symptomen jedenfalls umgehend zuhause zu bleiben und unnötigen Kontakt mit anderen Personen zu meiden.

Bei Notwendigkeit eines Arztbesuches soll dieser vorab informiert und auf den Masernverdacht hingewiesen werden. Schon im Vorfeld gilt für weitere Kontaktpersonen der möglicherweise angesteckten Person in der Familie: umgehend den Impfstatus auf zwei MMR-Impfungen überprüfen und bei Bedarf ehestmöglich impfen lassen, wies das Land in der Aussendung hin.

Erst vor zwei Wochen war in Kufstein ein Masernfall bekannt geworden. Der Mann war von seinem Hausarzt mit Verdacht auf Masern an das Krankenhaus Kufstein überwiesen worden, wo der Verdacht bestätigt wurde. (TT.com)