Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 29.05.2019


Bezirk Schwaz

KaBooom: Startschuss für ein neues Freizeitzentrum in Kaltenbach

Nach 20 Jahren Stillstand wurde mit der gestrigen Bauverhandlung der Umbau der maroden Kaltenbacher Tennishalle eingeläutet.

Architekt Günther Gasteiger, Christian Haslwanter (Air Parc Stubay), Chris Budeck (Dancesation), BM Klaus Gasteiger und Tobias Reitmeir (Rosa&Leni, v. l.) informierten über den Wandel der Tennishalle zum KaBooom.

© DählingArchitekt Günther Gasteiger, Christian Haslwanter (Air Parc Stubay), Chris Budeck (Dancesation), BM Klaus Gasteiger und Tobias Reitmeir (Rosa&Leni, v. l.) informierten über den Wandel der Tennishalle zum KaBooom.



Von Angela Dähling

Kaltenbach – Tennishalle. Dieses harmlose Wort ist in Kaltenbach äußerst negativ besetzt. Es steht für Stillstand, Konflikte, gescheiterte Ideen und politische Debakel. Denn seit 20 Jahren steht die Kaltenbacher Tennishalle leer und seither gibt es nicht endende Diskussionen um die Zukunft des maroden Gebäudes. Seit gestern ist die Tennishalle Geschichte und mit ihr der Begriff. „KaBooom“. Das ist der neue Name und dahinter verbirgt sich ein neues Freizeitzentrum, in das sich die Tennishalle durch eine 2,4 Mio. € teure Generalsanierung verwandeln soll.

Nachdem 20 Jahre nicht wirklich etwas weiterging, geht es jetzt Schlag auf Schlag. Gestern früh führte VBM Martin Luxner die Bauverhandlung durch, danach lud BM Klaus Gasteiger bereits zur Pressekonferenz mit neu engagierter Werbeagentur „Rosa&Leni“ und am Abend wurden die Bürger bei der Gemeindeversammlung informiert. In 20 bis 22 Wochen soll laut Architekt Günther Gasteiger das 32 Jahre alte Gebäude generalsaniert werden und mit 1. Dezember in Vollbetrieb gehen. Dann wird aus der ehemaligen Disco dort ein Tanzstudio auf 600 m² und aus den Tennishallenplätzen auf 1800 m² ein Air Parc geworden sein. „Dem größten dieser Art“, sagt der künftige Betreiber Christian Haslwanter vom Air Parc Stubay. In dem Freestyle-Park können sich Snowboarder, Skater, Freestyler und Trampolinbegeisterte das ganze Jahr hindurch austoben. Die Tanzschule Dancesation übersiedelt aus dem Gewerbegebiet in Fügen-Gagering ins KaBooom. „Wir brauchen dringend mehr Platz für unsere 170 Kinder“, sagt Betreiber Chris Budeck. Auch die gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel sei in Kaltenbach von Vorteil.

Das Freizeitangebot sollen eine 200 m² große Bolderfläche, Squashcourts, eine Kegelbahn sowie ein Restaurant abrunden. Im Außenbereich wird im Winter ein Eislaufplatz entstehen, im Sommer wird daraus unter anderem ein Skaterplatz. „Wir wollen bestehenden Einrichtungen wie der Tennishalle in Zell, dem Kletterzentrum in Aschau oder den Bowlingbahnen in Fügen nichts wegnehmen“, erklärt BM Gasteiger, der betont, es habe keine Alternativen zur Sanierung gegeben. Anteile der Halle gehören der Schultz-Gruppe. 2016 verpachtete sie ihre Flächen mit diversen Auflagen um jährlich 1 € auf 25 Jahre an die Gemeinde.

Bezüglich Kombitickets (mit Bergbahnen) bzw. Aufnahme in die Zillertal Card müssten noch Gespräche geführt werden. Auch die Eintrittspreise stünden noch nicht fest. Die Nutzung des Außenbereichs im Sommer soll gratis sein. Auch die Finanzierung klingt vage, wenngleich BM Gasteiger auf Nachfrage betont, es sei alles ausfinanziert. 1,2 Mio. € werden über die gemeindeeigene ImmobilienKaltenbach GmbH per Darlehen finanziert, der Rest setzt sich laut Gasteiger aus TVB-Förderung, KPC-Umweltförderung und einem Widmungsgewinn zusammen. Der Gemeinderat steht nicht einstimmig hinter dem Projekt. „Zwischen acht und zehn Mandatare von insgesamt 13 stimmten bei den verschiedenen Beschlüssen dafür. Sieben sind von unserer Liste“, sagen BM Gasteiger und VBM Luxner. Gasteiger: „Damit kann ich gut leben, denn das kann man als breite Mehrheit bezeichnen.“

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