Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 04.06.2019


Bezirk Landeck

Im Notfall rücken Suchhund Sally und ihre Freunde in Landeck aus

Rotkreuz-Suchhundestaffel und Altenheim Landeck haben Partnerschaft besiegelt. Hunde im Einsatz bei verirrten und dementen Heimbewohnern.

Hundeführerin Susanne Falch demonstrierte die Disziplin der Vierbeiner – rechts Heimbewohner Raimund Lob.

© WenzelHundeführerin Susanne Falch demonstrierte die Disziplin der Vierbeiner – rechts Heimbewohner Raimund Lob.



Von Helmut Wenzel

Landeck – „Es kommt vor, dass gehfähige Heimbewohner das Landecker Altenheim unbegleitet verlassen“, weiß Pflegedienstleiter Viktor Zolet. „Es kommt auch vor, dass wir eine Suchaktion starten müssen, etwa im nahe gelegenen Schlosswald.“

Vor diesem Hintergrund stößt eine Initiative von Rotkreuz-Bezirksgeschäftsführer Paul Errath auf offene Türen bei Zolet und Heimleiter Reinhard Scheiber. „Da könnten ausgebildete Suchhunde behilflich sein“, sagte Errath, der einen Infoabend mit der Rotkreuz-Suchhundestaffel angeregt hatte. Vorige Woche waren vier von insgesamt elf Vierbeinern der bezirksweiten Hundestaffel zu Gast im Seniorenheim.

„Für mich ist die Hundeausbildung ein tolles Hobby“, verriet Hundeführerin Susanne Falch aus St. Jakob. „Bei Notfällen können wir damit Menschen helfen. Das bedeutet auch Verantwortung.“

Die Ausbildnerin Falch mit Suchhund Sally und ihre Kollegen reden von „Mantrailing“ (Personensuche). „Dabei wird der hervorragende Geruchssinn unserer Hunde genutzt“, schilderte die Expertin. „Mantrailer“-Hunde können, so Falch, bei der Suche verschiedene menschliche Gerüche voneinander unterscheiden und Spuren differenzieren. „Sie können einen Individualgeruch ein bis zwei Monate speichern.“ Die ehrenamtliche Rotkreuzgruppe mit derzeit elf Mitgliedern trifft sich wöchentlich zum Training. Die Basisdisziplin mit den Befehlen „Sitz!“, „Platz!“, „Fuß!“ müsse, so Falch, zu 100 Prozent passen. Im Training habe sich gezeigt, dass vermisste Personen im Umkreis von bis zu 20 Kilometern gefunden werden.

Auch so genannte Indoor-Suche wird trainiert – weil sich Personen in großen Gebäuden verirren können. „Es genügt, wenn der Hund einen Gebrauchsgegenstand der gesuchten Person aufnimmt. Im Altenheim kann das zum Beispiel das Bett, ein Kleidungsstück oder ein Verband sein“, erläuterte Falch. Mit der Polizei und der Bergrettung arbeite man eng zusammen. Bei einem Lawinensucheinsatz sind Sally und Freunde allerdings nicht dabei. Der Unterschied liege in der Ausbildung. „Wir haben Suchhunde und nicht Rettungshunde.“

Die Rotkreuz-Suchhundestaffel stellte sich im Altenheim vor.
Die Rotkreuz-Suchhundestaffel stellte sich im Altenheim vor.
- Wenzel