Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 04.06.2019


Osttirol

Ratatouille à la Osttirol statt Lebensmittel im Müll

Der Privatvermieterverband Tirol will Lebensmittelabfälle, die Urlauber oft zurücklassen, durch eine Initiative vermeiden helfen.

Theresia Rainer und Gerhard Lusser empfehlen den Privatvermietern von Ferienwohnungen die Installation von metallenen Trennsystemen zur Abfallverringerung.

© Christoph BlassnigTheresia Rainer und Gerhard Lusser empfehlen den Privatvermietern von Ferienwohnungen die Installation von metallenen Trennsystemen zur Abfallverringerung.



Von Christoph Blassnig

Lienz – Gerhard Lusser vom Abfallwirtschaftsverband (AWV) Osttirol kennt die Analyseergebnisse der letzten Mülluntersuchungen aus dem Vorjahr, die erst noch veröffentlicht werden. Hat man im Jahr 2010 rund sieben Prozent Lebensmittel im Restmüll nachgewiesen, hat sich dieser Wert verdoppelt. Das liegt allerdings daran, dass früher ausschließlich gepresstes Material untersucht wurde, in dem sich natürlich keine unversehrten Verpackungen mehr befanden. „Zuletzt leerten wir einzelne Container und entdeckten darin 13,9 Prozent genießbare Lebensmittel“, berichtet der Verantwortliche. Ungeöffnete Milchprodukte finden sich genauso wie große Pizzastücke in den Restmüllbehältern in Osttirol, nennt Lusser nur zwei Beispiele.

Diese Tatsache fällt auch Privatvermietern schon lange auf. Theresia Rainer, Obfrau des Tiroler Vermieterverbandes, hat daher gemeinsam mit dem AWV ein Projekt gestartet, das bei Vermietern und Gästen gleichermaßen Bewusstsein schaffen soll. „Der beste Rest – für ein Abschiedsfest“, so lautet der Titel. Schon beim Einkaufen ließe sich späterer Abfall vermeiden. Die Projektpartner empfehlen, gebundene Einkaufskörbe bereitzustellen und den Urlaubern Anregungen zu geben, wo man damit regional, unverpackt und auf die Bedürfnisse abgestimmt einkaufen kann. „Es geht um jeden Einzelnen von uns“, sagt Lusser. „Pro Jahr landen in Osttirol 800.000 Kilogramm Lebensmittel im Restmüll.“

Lusser hat ein Restl-Rezept seines Vaters aufgeschrieben, das alle Privatvermieter auflegen können. In der Nachkriegszeit habe der Vater aus Lebensmittelresten ein köstliches Gericht gezaubert, das nun den Namen „Ratatouille à la Osttirol“ erhielt. Hartes Brot, Kartoffeln, Karotten, Speck, Käse – sämtliche Reste landen in einer großen Pfanne, aus der dann alle essen.

„Wir möchten unsere Vermieter von Ferienwohnungen motivieren und schlagen ihnen die Installation von ansehnlichen metallenen Mülltrennsystemen vor“, erklärt Rainer. Dadurch soll ein einheitliches Trennsystem für unvermeidbare Abfälle und Wertstoffe geschaffen werden. Lusser ergänzt, dass der Ton die Musik mache. „Schön, dass ihr da seid. Bitte unterstützt unser Bemühen um Umweltfreundlichkeit“ – so oder so ähnlich könne der Gast freundlich und überzeugend empfangen werden.

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