Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 04.06.2019


Bezirk Reutte

Neue Lehrstation am BKH Reutte als erster Härtetest

An einer Station im Kleinformat kann künftiges Pflegepersonal am BKH Reutte praktische Erfahrung sammeln.

Im Krankenhaus Reutte bekommen Pflegestudenten einen realen Einblick in die Arbeitswelt.

© BKH Reutte/HeitzingerIm Krankenhaus Reutte bekommen Pflegestudenten einen realen Einblick in die Arbeitswelt.



Ehenbichl – Als erstes Krankenhaus Tirols verfügt das Bezirkskrankenhaus (BKH) Reutte seit wenigen Tagen über eine eigene Lehrstation für Diplomgesundheits- und Krankenpfleger. Damit bekommen Pflegestudenten im dritten Ausbildungsjahr die Chance, zum Ende ihrer Ausbildung hin hundertprozentige Praxiserfahrung zu sammeln und damit bestens gerüstet in die berufliche Realität zu starten.

Ziel der Lehrstation ist es, dass sämtliche Tätigkeiten sowie die gesamte Organisation der Station und die Versorgung der Patienten von den Studenten mit größtmöglicher Eigenverantwortung durchgeführt werden – unter Aufsicht von ausgebildetem Fachpersonal, versteht sich. Pflegerische, interdisziplinäre und organisatorische Kompetenzen sollen sowohl theoretisch wie praktisch erworben und vertieft werden.

„Die Lehrstation soll eine Starthilfe für die Absolventen sein, wenn sie im Herbst nach dem Diplom in den Arbeitsalltag starten“, erklärt der Projektleiter, Markus Berger. In den ersten Wochen findet die so genannte „Einarbeitungs- und Schulungsphase“ statt, in der die Teilnehmer lernen, Dienstpläne zu schreiben, und in das Medikamenten- sowie in das Visiten-, Übergaben- und Besprechungsmanagement eingeführt werden. Die Praxisanleiter begleiten die fünf Auszubildenden, bis sie in der „Kernphase“ auf sich gestellt sind. Die Dauer dieses freiwilligen Praktikums beträgt sechs bis acht Wochen.

„Es handelt sich wirklich um eine Station im Kleinformat“, erklärt Markus Berger. „Mit eigenem Telefon, Laptop, Pflegewagen und allem, was dazugehört. Nach der Schulungsphase werden die Rollen festgelegt, wer beispielsweise Teamleiter ist und wer die anderen Aufgaben übernimmt.“ Für die echte Praxiserfahrung sorgen auf der Station acht reale Patienten, die selbstverständlich über den Ablauf aufgeklärt sind und jeweils ihr Einverständnis geben.

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„Ein wesentliches Ziel der Lehrstation ist es, den Auszubildenden Handlungskompetenzen zu vermitteln und diese zu fördern. Sie sind die Grundvoraussetzung im Berufsleben, insbesondere auch für den Einstieg dazu“, so der Pflegedirektor des BKH Reutte, David Heitzinger. „Durch die Lehrstation bekommen die Auszubildenden einen realen Einblick in die Arbeitswelt und können wertvolle Erfahrungen sammeln.“

Aus diesem Grund ist laut Projektleitung auch der Aufwand gerechtfertigt, da die Lehrstation „Sicherheit im Beruf gibt und auch die späteren Dienstgeber sowie die Patienten davon profitieren“.

Absolut positiv sieht dies auch Pflegeschuldirektor Peter Mittermayr: „Hier übernehmen Auszubildende im letzten Ausbildungsjahr Verantwortung für den Tagesablauf, das Management und die Organisation der Station – eine äußerst wertvolle Erfahrung.“ Dass das BKH Reutte mit der Lehrstation auf dem richtigen Weg ist, zeigen die Reaktionen. Es gibt bereits Anfragen aus anderen Kliniken, Pflegestudenten im Abschlussjahr ans BKH Reutte zu schicken – aus Innsbruck und aus Wien. (TT, fasi)