Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 05.06.2019


Bezirk Kufstein

Kundler Klamm bleibt für Radfahrer weiter zu

Eine Öffnung der rund drei Kilometer langen Schluchtenstrecke am Morgen und Abend wäre laut Bürgermeister viel zu gefährlich.

Begegnungen zwischen Wanderern und Radfahrern sind in der Kundler Klamm nicht unproblematisch.

© SilberbergerBegegnungen zwischen Wanderern und Radfahrern sind in der Kundler Klamm nicht unproblematisch.



Von Wolfgang Otter

Kundl – Das Thema beschäftigt in unregelmäßigen Abständen die Kundler Gemeindepolitik: Radfahrer, die auf der Straße durch die Kundler Klamm fahren. Etwas langsamer, wenn es in Richtung Wildschönau bergauf geht, schon wesentlich schneller, wenn es bergab Richtung Kundl geht. In beiden Fällen ist es aber verboten. Durch die Kundler Klamm herrscht nämlich ab dem Gasthaus ein striktes Fahrverbot. Eines, das für manchen Radfahrer aber unverständlich ist, immerhin geht eine meist breite Straße durch die Schlucht, die noch dazu in bestem Zustand ist.

So war bei der jüngsten Sitzung des Kundler Gemeinderates das Thema „Radfahrer in der Kundler Klamm“ wieder aktuell. Die Anregung lautete, zumindest in gewissen Randzeiten das Fahren zu erlauben. Also am Morgen und am Abend, wenn die Ströme der Wanderer noch nicht unterwegs sind oder diese bereits wieder weg sind. Die Auskunft von Bürgermeister Anton Hoflacher dazu war für Biker ernüchternd. Eine temporäre Erlaubnis sei nämlich nicht möglich. „Wir hatten die Diskussion schon. Aber der Sachverständige hatte damals Bedenken“, so Hoflacher.

Der Grund liegt in der entlang der Straße ins Tal brausenden Ache. Die sei derart laut, dass Wanderer einen herannahenden Radfahrer nicht hören. Dadurch könne es passieren, dass Personen erschrecken und auf die Seite springen. Das wiederum wäre für den Radfahrer unberechenbar, und es drohten brandgefährliche Situationen, wie Hoflacher bei der Sitzung ausführte. Daher gab es ein Nein vom Sachverständigen. Und einfach die Straße trotzdem zu öffnen, „geht nicht. Das würde die Bezirksbehörde nie erlauben.“

Auf das Fahrverbot haben Polizisten aus Wörgl (auf Wildschönauer Seite) und Kundl ein scharfes Auge. Aber es sind trotz der Schilder noch genügend per Rad unterwegs, wie der neue Kundler Inspektionskommandant Josef Rohregger bestätigt. Diesen drohen nach letzjährigen Ermahnungen heuer Strafen.

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Was aber – entgegen anders lautender Gerüchte, die bei der Sitzung aufgetaucht sind – sehr wohl möglich ist, ist, das Fahrrad durch die zirka drei Kilometer lange Schlucht zu schieben.