Letztes Update am Mi, 05.06.2019 10:47

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Vorwürfe gegen Ballettakademie

Ballettakademie: Reindl-Krauskopf statt Bierlein in Sonderkommission

Die Strafrechts-Professorin folgt der Kanzlerin als Vorsitzende der Sonderkommission zur Aufklärung der Vorwürfe gegen die Wiener Ballettakademie nach.

Ballettschülerinnen bei Tanzübungen. (Symbolbild)

© DPABallettschülerinnen bei Tanzübungen. (Symbolbild)



Wien – Die Sonderkommission zur Klärung der Vorwürfe gegen die Wiener Ballettakademie bekommt eine neue Vorsitzende: Die Leiterin des Instituts für Strafrecht und Kriminologie der Uni Wien, Susanne Reindl-Krauskopf, folgt auf Neo-Kanzlerin Brigitte Bierlein, teilte die Kommission der APA mit. Unverändert bleibt der Zeitplan: Im Juli soll ein Zwischenbericht vorliegen, der Abschlussbericht im Herbst.

Im April waren schwere Vorwürfe gegen die Ballettakademie der Staatsoper laut geworden. So ist die Wiener Kinder- und Jugendanwaltschaft bereits seit Monaten im Haus tätig. Vornehmlich durch eine mittlerweile entlassene Ballettlehrerin seien die Schüler dort teils gedemütigt worden, Gewalt und Drill sowie einem ungesunden Körperbild ausgesetzt gewesen. Auch der Vorwurf eines sexuellen Übergriffs durch einen Lehrer steht im Raum. Der Betroffene wurde von der Staatsoper bis zur Klärung der Vorwürfe dienstfrei gestellt, die Staatsanwaltschaft hat gegen den Lehrer und zwei Kolleginnen Ermittlungen eingeleitet.

Neben Reindl-Krauskopf setzt sich die Kommission aus der Rektorin der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, Ulrike Sych, sowie der Präsidentin des Österreichischen Kinderschutzpreises MYKI, Martina Fasslabend, zusammen. Zuletzt wurde eine Clearingstelle als Anlaufstelle für Opfer eingerichtet.

Neben der Aufklärung der Vorwürfe beschäftigt sich die Kommission auch mit der Ausarbeitung konkreter Verbesserungsvorschläge zur Verhinderung struktureller Fehler sowie mit pädagogischen, medizinischen und vor allem ernährungswissenschaftlichen Fragen. Im Fokus stehen dabei die „Kultur der Ballettakademie“ sowie das Zusammenspiel mit der schulischen Ausbildung am Gymnasium Boerhaavegasse in Wien-Landstraße. (APA)

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