Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 06.06.2019


Osttirol

„Vordenken für Osttirol“: Zukunft des Lebens am Land

Seit 2013 läuft das Projekt „Vordenken für Osttirol“. In den nächsten Jahren widmen sich die Initiatoren den Veränderungen im Landleben, der Digitalisierung und der Jugend.

Bemühen sich gemeinsam um die Zukunft: Piock (Innos), Lobenwein (Wirtschaftskammer), Steiner (Stadt Lienz), Gritzer (Innos), Hohenwarter (RMO),  Scheriau (Wirtschaftspark), Kollreider (Arbeiterkammer) und Diemling (Landwirtschaftskammer, v.l.)

© OblasserBemühen sich gemeinsam um die Zukunft: Piock (Innos), Lobenwein (Wirtschaftskammer), Steiner (Stadt Lienz), Gritzer (Innos), Hohenwarter (RMO), Scheriau (Wirtschaftspark), Kollreider (Arbeiterkammer) und Diemling (Landwirtschaftskammer, v.l.)



Von Catharina Oblasser

Lienz – „Vordenken für Osttirol“ ist ein Projekt mit einem klaren Ziel: mehr Dynamik in die Region bringen, die Wertschöpfung erhöhen und Osttirol insgesamt „zukunftsfähig“ machen. Getragen und unterstützt wird der Vordenker-Prozess von einer breiten Basis: dem Regionsmanagement Osttirol (RMO), der Innos GmbH, der Wirtschafts-, Arbeiter- und Landwirtschaftskammer, der Standortagentur, der Stadt Lienz und anderen.

Die erste Phase von 2013 bis 2018 war erfolgreich, sagen die Projektpartner im Rahmen eines Pressegesprächs. Nun geht es um die kommenden drei Jahre, 200.000 Euro aus dem Leader-Topf stehen zur Verfügung.

„Eines unserer Anliegen ist es, junge Leute besser zu erreichen als bisher“, erklärt Michael Hohenwarter vom RMO. „Dazu ist es nötig, den Bezirk neu zu denken. Osttirol als abgehängte Bergbauern-Region, die nach Förderungen lechzt, das ist nicht attraktiv. Wir wollen eine neue Erzählung über Osttirol definieren, um die Jungen besser zu erreichen.“

Neben dem Thema Jugend hat der Vordenker-Prozess einen zweiten Fokus: das Leben auf dem Land und wie es sich verändern wird – vor allem durch die unaufhaltsame Digitalisierung, die Leben und Arbeiten an (fast) jedem beliebigen Ort möglich macht. „Der Abwanderung steht ein neuer Zuzug gegenüber“, meint Hohenwarter. „Einerseits durch zurückkehrende Osttiroler, andererseits durch Menschen, die von der Stadt aufs Land ziehen wollen – auch wenn diese vielleicht noch nie hier waren.“ Fazit: Der Bezirk wird bunter werden. Die Vordenker wollen die Gemeinden bei den Veränderungen von Wohn- und Arbeitsformen begleiten, Stichwort Co-Working.

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In der neuen Projektphase setzen die Vordenker auch auf konkrete Vorhaben. „Mein Projekt“, so heißt ein neues Format. „Personen oder Einrichtungen, die bei der Umsetzung eines Plans Hilfe brauchen, können unter www.rmo.at den Kontakt suchen und sich Informationen von Experten zu Förderungen, Rechtsfragen und möglichen Kooperationen geben lassen“, erläutert Reinhard Lobenwein von der Wirtschaftskammer. Mehr Infos über „Mein Projekt“ gibt es am 17. Juni um 14 Uhr im Inkubator S³ (im ehemaligen Glöcklturm).

Bei einer zweiten Idee geht es um Workshops mit Künstlern und Experten, die in Gewerbe und Handwerk angesiedelt sind. Mehr Innovation, Kreativität und besseres Design sind die Ziele.