Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 07.06.2019


Tirol

Maturaprojekt kommt im Notfall zum Einsatz

Eine von zwei HTL-Maturanten entwickelte spezielle Kunststoff-Halterung für Injektionsspritzen kommt beim Roten Kreuz in Notfällen zum Einsatz.

Die Entwickler Matthias Zerlauth und Florian Schreiber (1. und 3. v. l.) demonstrieren im Training den Einsatz ihres Maturaprojekts.

© BorubaevDie Entwickler Matthias Zerlauth und Florian Schreiber (1. und 3. v. l.) demonstrieren im Training den Einsatz ihres Maturaprojekts.



Fulpmes, Rum – Florian Schreiber und Matthias Zerlauth, zwei Maturanten der HTL für Maschinenbau mit Ausbildungsschwerpunkt „Kunststofftechnik und Produktentwicklung“ in Fulp­mes, haben 2018 als Diplomarbeit ein besonderes Produkt umgesetzt. In enger Zusammenarbeit mit der Rotkreuz-Akademie Tirol haben sie eine spezielle Halterung aus Kunststoff für Injektionsspritzen entwickelt. Bei der Versorgung von Notfallpatienten kommen oft mehrere lebensrettende Medikamente zeitgleich zum Einsatz, die von Notfallsanitätern in Einmalspritzen vorbereitet werden. Die neue Halterung bietet nun die Möglichkeit, diese Medikamente vollständig und übersichtlich aufzubewahren und wieder zu entnehmen.

Zufrieden über das gelungene Ergebnis zeigt man sich in der Rotkreuz-Akademie Tirol. „Dank der Halterung haben wir nun übersichtlich angeordnete Medikamente am Einsatzort. Dies ist insofern wichtig, um auf einen Blick die Vollständigkeit zu gewährleisten und Medikamentenverwechslungen auszuschließen“, so Armin Laiminger von der Rotkreuz-Akademie.

Für die Einsatztauglichkeit im Rettungsdienst mussten zahlreiche Faktoren wie Wartung, Desinfektion und Funktionalität in der Entwicklung berücksichtigt werden. Nun – nach einjähriger Test- und Produktionsarbeit – kommt das Notfallgerät im Rettungsdienst Tirol in allen Notarztfahrzeugen zum Einsatz. Auch Anfragen von anderen Rettungsorganisationen gab es bereits.

Ganz besonders „cool“ finden das nach eigener Aussage Florian und Matthias – haben sie sich doch beide nach erfolgreicher Reifeprüfung für den Zivildienst beim Rettungsdienst Tirol entschieden. „Dass wir unser Maturaprojekt „Injektionsspritzenhalterung“ nun selber im Echteinsatz erleben, macht uns stolz und beweist die Sinnhaftigkeit unserer Entwicklung“, freuen sich die beiden. (TT)

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