Letztes Update am Di, 11.06.2019 16:16

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Afrika

Gericht in Botswana hob Verbot von gleichgeschlechtlichem Sex auf

Bisher drohten in Botswana bei gleichgeschlechtlichen Handlungen sieben Jahre Haft. Das Gesetz dazu stammte noch aus der britischen Kolonialherrschaft.

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Gaborone – Ein Gericht in Botswana hat Aktivisten zufolge ein Verbot gleichgeschlechtlicher sexueller Handlungen als verfassungswidrig eingestuft. Das Strafgesetzbuch in dem Land im südlichen Afrika sah dafür bisher bis zu sieben Jahre Haft vor. Das Gesetz aus der Zeit der britischen Kolonialherrschaft wurde allerdings kaum angewendet.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International erklärte am Dienstag, das Urteil sende ein starkes Signal, dass niemand aufgrund seiner sexuellen Orientierung belästigt, diskriminiert oder kriminalisiert werden dürfe.

„Schritt zur Wiederherstellung der Menschenwürde“

Die Organisation für Lesben, Schwule und Bisexuelle in Botswana (Legabibo) begrüsste das Urteil als epochale Veränderung und einen „Schritt zur Wiederherstellung der Menschenwürde der LGBT-Gemeinschaft“. Die Organisation war in dem Fall Nebenkläger. Chefin Anna Mmolai-Chalmers erklärte: „Jetzt können wir endlich damit beginnen, eine tolerantere Gesellschaft aufzubauen.“

Das Gericht argumentierte demnach, dass freiwillige sexuelle Handlungen zwischen Erwachsenen Privatsache und kein Thema für den Gesetzgeber seien. Homosexuelle Handlungen sind immer noch in zahlreichen Ländern Afrikas illegal. (APA/sda/dpa)