Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 13.06.2019


Innsbruck

Drogenkonsum auf Uni-Toiletten: Ausweise am Institut kontrolliert

Nachdem fremde Personen in Toiletten Drogen konsumierten, wird am Institut für Erziehungswissen­schaft der Eingang überwacht.

Am Eingang des Instituts werden dieser Tage die Ausweise der Studierenden kontrolliert.

© WittingAm Eingang des Instituts werden dieser Tage die Ausweise der Studierenden kontrolliert.



Von Marco Witting

Innsbruck – Es sind Zugangsbeschränkungen der anderen Art an einer Uni. Kurz nach 10 Uhr vormittags, in der Innsbrucker Liebeneggstraße. Hinter der Glastür zum Eingang für das Institut für Erziehungswissenschaft sitzt auf einem einfachen Stuhl ein schwarz gekleideter Mann. Es ist ein Sicherheitsmann. Seit einer Woche werden an dieser Stelle die Ausweise der Studierenden kontrolliert. Der Grund dafür: Zuvor gab es immer wieder Probleme auf den Toilettenanlagen mit Drogenkranken, die sich dort teilweise Spritzen gesetzt haben.

Uwe Steger, Sprecher der Universität Innsbruck, bestätigt gestern auf Anfrage der Tiroler Tageszeitung die Maßnahme. Sie wurde vor wenigen Tagen von der zuständigen hausinternen Abteilung veranlasst. „Zu Sicherheit für unsere Mitarbeiter und Studierenden“, wie Steger erklärt. Immer wieder sei es in jüngerer Vergangenheit vorgekommen, dass Suchtkranke ins Gebäude kamen. Die Folge sei gewesen, dass Spritzen und sonstige Utensilien auf den Toilettenanlagen herumgelegen seien. Eine Mitarbeiterin soll sich durch eine dieser herumliegenden Spritzen sogar verletzt haben, heißt es weiter. Steger umschreibt das letztlich dann so: „Die Situation war untragbar.“

Deshalb schritt man auch ein und jetzt wird kontrolliert. Die Studenten müssen ihre Ausweise vorzeigen. Wie lange die Kontrollen aufrechtbleiben, das ist vorerst noch unklar. „Wir gehen davon aus, dass sich die Lage mit der Maßnahme jetzt wieder beruhigt“, sagt Steger.

Natürlich ist weitgehend unklar, woher die Benutzer kommen und ob es sich tatsächlich um Suchterkrankte aus Betreuungseinrichtungen handelt. Die Vermutung liegt aber nahe, dass die Situation eine Folge der Verbotszone rund um die Mentlgasse ist. Wie berichtet, wird dort seit einigen Wochen das Alkoholverbot kontrolliert.