Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 14.06.2019


Bezirk Kitzbühel

Berater waren zu Gast bei Wagyu-Pionier in Oberndorf

Im Rahmen einer Internationalen Akademie für ländliche Beratung wurde Wagyu-Rinderzüchter Werner Hofer in Oberndorf ein Besuch abgestattet.

Werner Hofer mit Besuchern bei der Besichtigung des Hofes.

© EberharterWerner Hofer mit Besuchern bei der Besichtigung des Hofes.



Oberndorf i. T. – Rund 40 Personen aus ganz Europa, Teilnehmer einer Akademie für ländliche Beratung, zeigten sich über die Vielfalt auf dem Hof Ried am Bichlach von Werner hofer erstaunt. Vor einigen Jahren hat er sein erstes Wagyu-Rind gekauft. Rund 6000 Euro hat es gekostet. Doch er hatte eine Vision, seit er eine entsprechende Fernsehsendung über diese Rinderrasse gesehen hatte. Hofer galt als der erste Wagyu-Züchter in Tirol, obwohl er bis zu diesem Zeitpunkt keine Ahnung davon hatte, wie das Fleisch schmecken würde. Denn nach japanischer Art ist es ein extrem fettes, allerdings marmoriertes Fleisch. In der Folge kaufte er sich weitere Rinder dazu, um mit der Züchtung beginnen zu können. Ein weiteres Problem war es, einen Metzger zu finden, der bereit ist, das Tier anders als üblich zu zerlegen.

Die Berater haben viele Fragen gestellt und schließlich wurde auch die Tenne besichtigt, denn auch dort geht Hofer revolutionär vor. Das Gras wird auf der Wiese nur angetrocknet, dann kommt es noch feucht in die Tenne, wo es auf „Holzliegen“ weiter getrocknet wird. „Wird es trocken von der Wiese heimgefahren, dann zerbröselt sehr viel und die wichtigen Nährstoffe bleiben auf der Wiese liegen“, weiß der Bauer. Er bezeichnet daher sein Heu, von dem nicht nur die Stängel übrig bleiben, als das Kraftfutter für seine Rinder. (be)

Die schwarzen Wagyus und die Braungefleckten leben nebeneinander – im Stall und auf der Weide.
Die schwarzen Wagyus und die Braungefleckten leben nebeneinander – im Stall und auf der Weide.
- Eberharter