Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 15.06.2019


Bezirk Kitzbühel

Blumenwiesen für die Artenvielfalt in St. Johann

Über Initiative der Tiroler Umweltanwaltschaft wurde in St. Johann ein „blühendes“ Ökoprojekt geschaffen.

Bereits Mitte Mai wurde vor dem Pfarramt am Hauptplatz in St. Johann mit der Vorbereitung bzw. Umgestaltung begonnen.

© Michael MaderBereits Mitte Mai wurde vor dem Pfarramt am Hauptplatz in St. Johann mit der Vorbereitung bzw. Umgestaltung begonnen.



Von Michael Mader

St. Johann i. T. – Die Marktgemeinde St. Johann hat sich bereits im vergangenen Herbst dazu entschlossen, bei einem Projekt der Tiroler Umweltanwaltschaft mitzumachen, um die biologische Vielfalt zu fördern.

Bei „Naturnahes öffentliches Grün in Tirol“, einer Initiative im Rahmen des Projektes „Blüten.Reich – Gemeinsam für Vielfalt“, geht es unter anderem um die Schaffung von Wiesenbiotopen, die inmitten der intensiv genutzten vereinheitlichten Landschaft ökologisch anspruchsvolle Strukturen darstellen sollen. „Diese Flächen bieten Lebensraum für selten gewordene oder bedrohte Pflanzen- und Tierarten, schaffen einen Rückzugsort, erleichtern Wanderungen zwischen bestehenden Lebensräumen und leisten somit einen entscheidenden Beitrag zur Sicherung der Artenvielfalt“, heißt es dazu seitens der Tiroler Umweltanwaltschaft. Diese ging dazu eine Kooperation mit dem Biologen, Naturgartenplaner und Erfolgsautor Reinhard Witt und der Naturgartenplanerin Katrin Kaltofen ein.

In St. Johann jedenfalls wurden zu Beginn sechs öffentliche Flächen ausgewählt und Maßnahmen zur naturnahen Umgestaltung erarbeitet. „Bei Praxisworkshops in der Pilotgemeinde Brixlegg erlernten die Gärtner der Marktgemeinde die richtige Technik für die Schaffung ökologisch wertvoller Wiesenbiotope“, erklärt Elisabeth Pali von der Umweltabteilung der Gemeinde.

Laut Naturplaner Witt lockt jede heimische Wildpflanze zehn Tierarten an, Blumenwiesen seien somit Naturschutz. Bei Extensivierung und Erhöhung der Pflanzenvielfalt werde die Lebensgrundlage für verschiedene Tierarten wie Schmetterlinge, Bienen, Hummeln, Heuschrecken, etc. geschaffen und Wiesen würden wieder lebendig und laut werden. Wichtig seien dabei die richtige Saatgutmischung und die richtigen Initialpflanzen. „Denn viele handelsübliche Blumensamen-Mischungen enthalten nur einjährige, exotische Arten, welche für den Menschen zwar für einen Sommer lang schön sind, mit Nachhaltigkeit aber nichts zu tun haben“, erklärt Witt.

Ein Blühstreifen kann aber auch zu Hause im Garten angelegt werden. Noch viel mehr Informationen gibt es im Internet auf der Homepage www.tiroler-umweltanwaltschaft.gv.at.