Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 17.06.2019


Osttirol

Feuerwehr kritisiert unnötige Alarme

Brände löschen ist längst nicht mehr die Hauptbeschäftigung der Feuerwehr. Die Palette reicht von stecken gebliebenen Aufzügen bis zum Unfall. Es fallen auch Dinge an, die gar nicht zu ihren Aufgaben gehören.

Die Einsätze der 40 Freiwilligen Feuerwehren in Osttirol benötigen gut ausgebildete Mitglieder. Ihr Können demonstrieren diese beim Bezirkswettbewerb.

© Brunner Images | Philipp BrunnerDie Einsätze der 40 Freiwilligen Feuerwehren in Osttirol benötigen gut ausgebildete Mitglieder. Ihr Können demonstrieren diese beim Bezirkswettbewerb.



Von Catharina Oblasser

Ainet – Wenn die Sirene schrillt oder das Handy piepst, heißt es ausrücken. Das gilt für alle 40 Feuerwehren (davon zwei Betriebsfeuerwehren) in Osttirol gleichermaßen. Wie oft das im Jahr 2018 der Fall war, wurde beim Bezirksfeuerwehrtag in Ainet deutlich. 344-mal mussten sich die Frauen und Männer nach einem Brandalarm auf den Weg machen, 807-mal ging es um technische Einsätze wie Verkehrsunfälle oder die Hilfeleistung nach den verheerenden Unwettern im Herbst letzten Jahres. Bei den insgesamt 1151 Einsätzen 2018 waren 8939 Feuerwehrleute im Einsatz und leisteten 25.097 Arbeitsstunden.

Diese Bilanz, wie sie Bezirkskommandant Herbert Oberhauser und Inspektor Franz Brunner beim Feuerwehrtag in Ainet präsentierten, ist aber nicht die ganze Geschichte. Einige Alarme sind nach Ansicht der beiden Funktionäre gar nicht Sache der ehrenamtlichen Helfer in Uniform.

„Wir wurden 13-mal gerufen, weil jemand in einem Aufzug stecken geblieben war“, schildert Brunner. „Dabei ist bei diesem Notfall der Betreiber des Lifts zuständig. Laut Gesetz muss innerhalb von 30 Minuten jemand vor Ort sein und Hilfe leisten.“ Das bleibe jedoch meistens blanke Theorie, denn die Feuerwehr sei jene Anlaufstelle, an die zuallererst gedacht würde.

Die Gruppenkommandanten der drei erstplatzierten Bewerbsteams in der Kategorie Nassleistung: Bernd Kuckla (Sillian), Nadine Wurzer (Hopfgarten) und Markus Tscharnig (Gaimberg, v. l.) mit BM Karl Poppeller.
Die Gruppenkommandanten der drei erstplatzierten Bewerbsteams in der Kategorie Nassleistung: Bernd Kuckla (Sillian), Nadine Wurzer (Hopfgarten) und Markus Tscharnig (Gaimberg, v. l.) mit BM Karl Poppeller.
- Brunner Images

Ein zweites Ärgernis: die vielen Fehlalarme oder „Täuschungsalarme“, wie der Fachbegriff lautet. 98-mal löste eine Brandmeldeanlage im vergangenen Jahr Alarm aus, nur in 15 Fällen brannte es tatsächlich, besagen die statistischen Aufzeichnungen des Osttiroler Feuerwehrverbandes. „Die Besitzer der Brandmeldeanlagen sind zu regelmäßigen Wartungen und Prüfungen verpflichtet, damit die Anlage keinen falschen Alarm auslöst“, stellt Franz Brunner klar. Auch Rauchmelder, wie sie in vielen Privatwohnungen zu finden sind, sorgen manchmal für Probleme. Wenn die Batterie leer wird, erfolgt ein Alarm – und die Freiwilligen rücken umsonst aus.

Der Mitgliederstand bei den Florianijüngern kann sich sehen lassen. Es gibt 2677 Aktive, 821 Reservisten und 49 Jugendmitglieder ab elf Jahren. „In Osttirol gehören knapp acht Prozent der Bevölkerung der Feuerwehr an“, ist Kommandant Oberhauser stolz.

Wie gut die Ausbildung der Osttiroler Feuerwehrleute ist, zeigten diese beim Bezirkswettbewerb, der am Tag vor der Hauptversammlung stattfand. Beim Nass- und Trockenbewerb, mit oder ohne Alterspunkte, gaben die Teams ihr Bestes. Die Sieger in den vier verschiedenen Kategorien sind die Bewerbsgruppen Hopfgarten 2, Außervillgraten 1, Oberdrum 1 und Ainet „die Olten“.




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