Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 22.06.2019


Gesellschaft

Ansturm auf Schrebergärten in der Mienekugel

Die ursprünglich reservierte Fläche wurde zu klein, bevor überhaupt erste Verträge mit Interessenten unterzeichnet werden konnten.

Die Fläche für die zukünftigen Schrebergärten wurde mehr als verdoppelt und reicht nun bis an den Mienekugelweg heran.

© Christoph BlassnigDie Fläche für die zukünftigen Schrebergärten wurde mehr als verdoppelt und reicht nun bis an den Mienekugelweg heran.



Von Christoph Blassnig

Lienz – Es ist erst wenige Monate her, dass der Lienzer Gemeinderat ein Grundstück in der Mienekugel für zukünftige Schrebergärten zur Verfügung gestellt hat. Dazu musste an das Land ein Ansuchen zur Herausnahme der betreffenden Grundparzelle aus den landwirtschaftlichen Vorsorgeflächen gestellt werden.

In ihrer letzten Sitzung am Mittwoch haben die Mandatare die ursprünglich reservierte Fläche mehr als verdoppelt. „Wir haben dieses Thema intensiv diskutiert“, berichtete Alexander Kröll (ÖVP), Vorsitzender des Ausschusses Bau und Planung. Angesichts der hohen Nachfrage von 40 bis 50 Einzelinteressenten habe man sich schließlich von der Bürgermeisterin überzeugen lassen, erklärte Kröll. Der Mienekugelweg soll die Gartenfläche zukünftig im Norden begrenzen, im Süden reicht sie bis zum Spazierweg, der hinter dem Baumarkt liegt.

Gerlinde Kieberl (GUT) zeigte sich „dankbar, dass man jetzt Nägel mit Köpfen macht. Die ursprüngliche Fläche wäre zu klein gewesen, vor allem wegen dem Gemeinschaftsgarten.“ Dieser soll nun am Mienekugelweg liegen. „Dort kann die Gartengruppe der Lebenshilfe mit dem Bus zufahren und in ihrer Mobilität eingeschränkte Personen aussteigen lassen.“

GR Josef Blasisker (FPÖ) erkundigte sich nach der Parksituation vor Ort. „Niemand darf in Lienz bei Schrebergärten parken“, antwortete BM Elisabeth Blanik (SPÖ). Lediglich Ladetätigkeiten seien gestattet, dann müssten die Fahrzeuge wieder entfernt werden. „Dein Wort in Gottes Ohr“, erwiderte Blasisker.

Nicht mehr vor dem Spätherbst könnten die ersten Nutzungsverträge tatsächlich unterzeichnet werden, glaubt Blanik. Die Stadt hat sich erkundigt, in welcher Form sich die Gartenfreunde organisieren sollten. Der Verband der ÖBB-Landwirtschaft habe sich bereit erklärt, die Verträge mit den einzelnen Gartenpächtern zu schließen. „Der Verband hat damit große Erfahrung und wir hätten einen einzigen Ansprechpartner.“