Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 24.06.2019


Rotes Kreuz

Landesbewerb in Seefeld: Früh übt sich, wer ein Ersthelfer sein will

Der diesjährige Landesbewerb in Erster Hilfe fand am Wochenende in Seefeld mit 250 Teilnehmern statt.

Die Kinder und Jugendlichen zeigten in Seefeld am Wochenende ihr großes Können als Ersthelfer.

© RKDie Kinder und Jugendlichen zeigten in Seefeld am Wochenende ihr großes Können als Ersthelfer.



Seefeld – Ein Radunfall auf der Straße, die Oma, die sich plötzlich nicht mehr wohl fühlt, oder die kleine Schwester, die im Garten von der Schaukel gefallen ist. Eine Notsituation ist rasch da. Und niemand weiß, wer in solchen Situationen gerade anwesend ist und helfen kann. Umso wichtiger ist es, Erste Hilfe schon bei den Kindern zu trainieren. Es liegt in der Natur der Sache, dass gewiefte Jung-Ersthelfer ihr Können auch im Rahmen eines Bewerbs zeigen wollen. Und diese Bühne bietet ihnen das Rote Kreuz Tirol alljährlich.

Rund 250 Kinder und Jugendliche im Alter von 13–18 Jahren mussten am Wochenende beim Landesjugendbewerb in Teams verschiedene Notfall-Szenarien bewältigen. „Die Szenarien sind anspruchsvoll gestaltet, bei den Bronze-Anwärtern wird genau darauf geachtet, dass die Erste Hilfe nach Lehrmeinung sitzt, für ein Abzeichen in Silber verlangen wir schon Grundkenntnisse der Sanitätslehre“, sagte Nina Dissertori vom Organisationsteam. „Wenn man bedenkt, dass wir mindestens 80 Prozent aller Erste-Hilfe-Maßnahmen in die einzelnen Szenarien verpacken, versteht man auch, dass sich die Kinder mindestens ein Jahr lang auf den Landesbewerb vorbereiten müssen und dementsprechend aufgeregt sind“, sagte Dissertori. Die Bewerter schauten den Kindern genau auf die Finger und beurteilten nicht nur, wie präzise Erste Hilfe geleistet, sondern auch, ob gut im Team zusammengearbeitet wurde.

Am Ende des Tages gab es viele glückliche und stolze Gesichter, aber die Top-Stockerlplätze können nur an einige wenige gehen. In der Wertungsklasse Bronze 1 ist die Bewerbsgruppe aus Matrei erfolgreich. Der Sieg in der Wertungsklasse Bronze 2 geht in das Defereggental und das Siegerteam in der Klasse Silber kommt aus Sillian. „Wir gratulieren natürlich den Siegern, aber auch allen Zweit- und Drittplatzierten und letztlich allen Kindern, die am Bewerb teilgenommen haben. Wir sind stolz darauf, so gut ausgebildete Ersthelfer­Innen beim Roten Kreuz zu haben“, zeigte sich Thomas Wegmayr von der Geschäftsleitung des Roten Kreuzes Tirol beeindruckt.

Ein großes Lob gab es für die Organisatoren in Seefeld, die eine perfekte Veranstaltung auf die Beine gestellt hatten. „Insgesamt waren an die 400 Kinder und Jugendliche zwei Tage lang in Seefeld. Wer nicht am Erste-Hilfe-Bewerb teilgenommen hat, konnte im alternativen Henri-Cup seine sozialen Kompetenzen zeigen, Freundschaften pflegen oder an einem der Rahmenprogrammpunkte teilnehmen“, sagte Bezirksstellenleiter Günter Ennemoser. Ohne die Hilfe der Ehrenamtlichen wäre die Veranstaltung nicht möglich gewesen. (TT)