Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 27.06.2019


Osttirol

„Hitzefrei“ bleibt in Osttirol die große Ausnahme

Die HTL Lienz gab den Schülern am Dienstag wegen der hohen Temperaturen nachmittags frei. „Hitzeferien“ gibt es aber nicht.

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Von Catharina Oblasser

Lienz – Wenn das Thermometer auf über 30 Grad klettert, stöhnt auch so mancher Schüler (und Lehrer) im Klassenzimmer unter der Hitze. Die HTL Lienz schickte die Schülerinnen und Schüler am Dienstagnachmittag nach Hause – zu heiß. „Die meisten Klassenzimmer gehen nach Südwesten“, erklärt HTL-Direktor Peter Girstmair. „Ab etwa 14 Uhr kann es deshalb extrem warm werden, weit über 30 Grad.“ Nach einem Rundgang durch die Klassen und Blicken auf das Thermometer hieß es deshalb: schulfrei.

Formell gesehen hatte der unterrichtsfreie Nachmittag aber nicht direkt mit den Temperaturen zu tun. „Wir hatten noch einen schulautonomen freien Halbtag übrig“, so der HTL-Direktor. „Den haben wir dafür verwendet, alle nach Hause zu schicken. Die Noten sind schon fixiert, also versäumen die Jugendlichen nicht mehr allzu viel.“

Entgegen einer weit verbreiteten Ansicht existieren „Hitzeferien“ nicht. „Dafür gibt es keine gesetzliche Grundlage“, heißt es aus der Schulbehörde in Lienz. Freigeben kann ein Schulleiter dann, wenn das Gebäude aus einem bestimmten Grund unbrauchbar geworden ist oder auf dem Schulweg zum Beispiel Lawinengefahr herrscht. Aber nicht, weil es zu heiß ist. Die Osttiroler Pflichtschulen sind demzufolge alle geöffnet. Wandertage oder Schwimm­unterricht können die Hitze leichter erträglich machen.

Auch an den Höheren Schulen gilt das, sagt HAK-Direktor Josef Pretis. „Wir tragen dafür Sorge, dass die Schülerinnen und Schüler am Nachmittag nicht im Freien turnen. Aber Hitzeferien gibt es keine.“ In der HAK würde das Thermometer in den Klassen in diesen Tagen schon einmal auf 30 Grad klettern. „Dann ist es wichtig, dass die Jugendlichen genug Wasser trinken“, meint Pretis.