Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 28.06.2019


Salzburg

Bub starb nach minimaler Operation: Klinik Salzburg gibt Fehler zu

Der kleine David hätte nicht operiert werden müssen, belegen Gutachten.

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Salzburg – Über ein Jahr nach dem Tod eines 17 Monate alten Buben nach einer minimalen Operation haben nun die Salzburger Landeskliniken (SALK) zwei behandelnde Ärzte zur Gänze vom Dienst suspendiert und die Haftung für das tragische Ereignis anerkannt. Sie ziehen damit Konsequenzen, nachdem ein zweites unabhängiges Gutachten zum „Fall David“ vorliegt, teilten die Kliniken am Donnerstag mit. Der ärztliche Direktor Jürgen Koehler erklärte, zum einen habe es laut Gutachter keine Notwendigkeit für eine sofortige Operation des Babys gegeben, zum anderen hätte bei der Verstärkung der Narkose ein Schlauch zur künstlichen Beatmung gelegt werden müssen. Das war nicht geschehen.

Der kleine David war im April 2018 daheim vom Sofa gestürzt, woraufhin ein Muttermal an der Wange zu bluten begann. Aus Vorsicht, damit es zu keiner Infektion kommt, brachten die Eltern das Kind gleich ins Spital. Obwohl der Bub nicht nüchtern war, wurde ein sofortiger Eingriff unter Narkose vorgenommen. Kurz nach Beendigung der Operation hat der Bub Erbrochenes eingeatmet. Elf Tage nach den Komplikationen ist er im Krankenhaus gestorben. Der ärztliche Direktor betonte, man sei von der Tragödie zutiefst betroffen. An die Eltern sei gestern eine Akontozahlung zur finanziellen Entschädigung erfolgt. Über die Höhe der Summe wurde Stillschweigen vereinbart. (APA)




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