Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 30.06.2019


Lastenräder

Das Rad als Packesel: Tirol ist Schlusslicht bei Lastenrädern

Lastenfahrräder und Fahrradanhänger sind in Tirol noch eher eine Seltenheit. Zahlreiche Bundesländer und Gemeinden fördern bereits deren Anschaffung für Privatpersonen.

Vorbild Vorarlberg: Rund jede vierte Familie nutzt den Radanhänger als Alternative zum Auto.

© Getty Images/iStockphotoVorbild Vorarlberg: Rund jede vierte Familie nutzt den Radanhänger als Alternative zum Auto.



Von Beate Troger

Innsbruck, Wien – Egal ob Reisegepäck, Kinder oder der Großeinkauf. Sobald es darum geht, dass größere Lasten mit dem Fahrrad transportiert werden sollen, gerät der Drahtesel schnell an seine Grenzen. Lastenräder oder Fahrradanhänger bieten sich dabei als Alternativen an, wenn man auf das Auto verzichten möchte.

Zahlreiche Bundesländer und Gemeinden fördern bereits deren Anschaffung für Privatpersonen, um den Autoverkehr und somit den CO2-Verbrauch zu reduzieren. Doch in diesem Bereich ist Tirol Schlusslicht, wie Christina Jank von der Radlobby Tirol auf die aktuelle Erhebung des Dachverbands der Interessenvertretung der Radfahrer verweist.

Zwar könnten auch Tiroler die bestehende Bundesförderung für Elektro-Lastenräder von bis zu 400 Euro abrufen, gesonderte Fördermittel von Gemeinde- oder Landesebene gebe es bislang aber nur in der Stadt Lienz. Vor allem Wien, aber auch Graz, Salzburg und Linz unterstützen die Anschaffung von Lastenrädern und Anhängern mit bis zu 30 Prozent der Investitionskosten bzw. mit bis zu 1000 Euro für ein Elektro-Transportrad.

„Die Erfahrungen sind durch die Bank positiv“, bilanziert auch Christian Gratzer, Sprecher des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ). Die Subventionen seien gut investiert. Überall, wo es entsprechende Förderungen gebe, werden sie sehr gut angenommen. Die Zahl der Transporträder und Fahrradanhänger sei in Bundesländern mit Förderungen deutlich gestiegen.

Als Vorzeige-Bundesland bei den Anhängern gilt Vorarlberg. Bereits seit Jahren fördern im Ländle vor allem viele Gemeinden die Anschaffung eines „Kiki“, wie der Anhänger in Vorarlberger Mundart genannt wird, mit bis zu 150 Euro. In etwa jede vierte Familie nutzt laut Angaben des Landes die Anhänger.

In Tirol ist vorerst keine ähnliche Förderaktion geplant, heißt es von Seiten der Landesregierung.

Wer in Innsbruck mit „Wadlkraft“ größere Einkäufe oder ein Möbelstück transportieren möchte, für den stehen immerhin mehrere Lastenräder zum Verleih bereit.

Zwei Transporträder stellen die IVB über das Innsbrucker Stadtrad am Bozner Platz sowie beim Sillpark zur Verfügung. Auch über die Initiative „Lara“ (Lastenrad) Innsbruck können sich Zweirad-Fans zwei verschiedene Modelle kostenlos ausleihen. Laut dem Online-Buchungssystem wird das Angebot in der Landeshauptstadt auch sehr gut angenommen.




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