Letztes Update am Mo, 01.07.2019 16:10

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


LGBTIQ

Nächste „World Pride“ in Skandinavien, Kritik an Kommerz in New York

New York gibt den Staffelstab für die „World Pride“ an Skandinavien ab. Die Kritik an der kommerziellen Ausrichtung des Spektakels wird lauter. In der US-Metropole fand daher neben dem großen „Pride March“ auch ein mehr an politischen Forderungen orientierter „Queer Liberation March“ statt.

50 Jahre nach den Auseinandersetzungen in der New Yorker Christopher Street waren am Sonntag beim „Pride March“ im Zentrum von Manhattan rund 150.000 Menschen aktiv dabei, gesäumt von Hunderttausenden an den Straßen.

© AFP50 Jahre nach den Auseinandersetzungen in der New Yorker Christopher Street waren am Sonntag beim „Pride March“ im Zentrum von Manhattan rund 150.000 Menschen aktiv dabei, gesäumt von Hunderttausenden an den Straßen.



Kopenhagen, Malmö – Kopenhagen und Malmö wollen bei der Ausrichtung der nächsten „World Pride“ in zwei Jahren ein rauschendes Fest für die Gleichberechtigung aller Formen der Liebe feiern. Die dänische Hauptstadt und die drittgrößte Stadt Schwedens wollten an die New Yorker Feierlichkeiten anschließen und die kommende Auflage im August 2021 gemeinsam zu einer spektakulären Veranstaltung machen.

Das teilten die Organisatoren am Montag mit, nachdem ihnen zuvor als Zeichen der Staffelübergabe in New York eine Trophäe überreicht worden war. Die Skandinavier versprachen ein elftägiges Fest (12. bis 22.8.2021) mit Hunderten Veranstaltungen wie Open-Air-Konzerten, Ausstellungen, Filmvorführungen und Partys. Die Teilnahme soll überwiegend kostenlos sein. Erwartet werden schätzungsweise 750.000 Besucher. Der Zuschlag zur Ausrichtung war bereits im Oktober 2017 vergeben worden.

Damit findet die „World Pride“ 2021 erstmals in zwei Ländern gleichzeitig statt. Kopenhagen und Malmö liegen nur knapp 30 Kilometer Luftlinie voneinander entfernt, verbunden werden sie von der imposanten Öresundbrücke.

Hunderttausende in New York auf den Straßen

Zu Konfetti in Regenbogenfarben und der US-Nationalhymne beim Start sind am Wochenende Hunderttausende Menschen in New York für die Gleichberechtigung aller Liebesformen auf die Straße gegangen. 50 Jahre nach den Auseinandersetzungen in der New Yorker Christopher Street waren am Sonntag beim „Pride March“ im Zentrum von Manhattan laut Veranstalterangaben im Vorfeld rund 150.000 Menschen aktiv dabei, gesäumt von Hunderttausenden an den Straßen.

- AFP

Den Protestzug führten Mitglieder der „Gay Liberation Army“ an, eine der ersten Gruppen, die für Rechte der LGBTIQ-Community kämpften und zu der auch Teilnehmer des Stonewall-Aufstands 1969 zählen. LGBTIQ steht für lesbisch, schwul, bisexuell, transgender, intersexuell und queer.

Der „Pride March“ markierte den Höhepunkt der Feierlichkeiten zum sogenannten Stonewall-Jubiläum. Zugleich richtete New York erstmals den „WorldPride“ aus, die bedeutendste Veranstaltung ihrer Art weltweit. Der US-Fernsehkanal ABC hatte eine dreistündige Live-Sondersendung angesetzt.

Kritik an komerzieller Ausrichtung

Aktivisten hatten im Vorfeld die zunehmende kommerzielle Ausrichtung der Veranstaltung mit immer mehr Firmen-Paradewagen kritisiert – und deshalb am Sonntag zuvor ebenfalls in New York den „Queer Liberation March“ organisiert. Dessen Schwerpunkt lag noch deutlicher auf politischen Forderungen nach Gleichberechtigung.

Insgesamt erwarteten die Organisatoren für Veranstaltungen im „Pride“-Monat Juni in New York mehr als 4,5 Millionen Teilnehmer. Stars wie Madonna, Lady Gaga und Grace Jones traten auf. Auch ESC-Sieger Tom Neuwirth („Conchita Wurst“) war von den Veranstaltern eingeladen worden.

Ende Juni 1969 wehrten sich in der Christopher Street die Besucher der Schwulenbar „Stonewall Inn“ gegen willkürliche Kontrollen und Schikanen. Die sechs Tage langen Auseinandersetzungen, die darauf folgten, gelten als wichtiger Meilenstein der LGBTQ-Bewegung. (APA/dpa, TT.com)

Neben dem "Pride March" wurde auch der "Queer Liberation March" ausgerichtet. Dabei lag der Schwerpunkt deutlicher auf politischen Forderungen nach Gleichberichtigung. Sponsoren gab es keine - und auch die Polizei durfte nicht mitmarschieren.
Neben dem "Pride March" wurde auch der "Queer Liberation March" ausgerichtet. Dabei lag der Schwerpunkt deutlicher auf politischen Forderungen nach Gleichberichtigung. Sponsoren gab es keine - und auch die Polizei durfte nicht mitmarschieren.
- AFP