Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 05.07.2019


Innsbruck

Digitaler Wegweiser für die Innsbrucker Friedhöfe

Wer wissen will, wo verstorbene Schulfreunde oder prominente Innsbrucker begraben sind, der findet im Internet einen neuen Service.

Für die Innsbrucker Friedhöfe gibt es jetzt einen digitalen Wegweiser.

© Thomas Boehm / TTFür die Innsbrucker Friedhöfe gibt es jetzt einen digitalen Wegweiser.



Innsbruck – Der Friedhof. Ein Ort der Stille, Trauer, Ruhe, Besinnung. Ein Ort des Abschieds und der Erinnerung. Alles analog. Digitale Wege geht die Stadt Innsbruck bei der Friedhofsverwaltung jetzt aber trotzdem. Wer künftig ein ganz bestimmtes Grab sucht, wissen will, wo der Schulfreund, der Bekannte oder der Verwandte einst eigentlich begraben wurde, der kann sich über eine neue Web-Applikation freuen. Über den Namen oder die Sterbedaten lässt sich dann recht einfach herausfinden, auf welchem Friedhof und wo genau die Person einst begraben wurde. Das gibt es für aktuell rund 26.000 Gräber oder 105.000 Verstorbene in der Stadt.

Auf den ersten Blick mag ein derartiger Service vielleicht als Spielerei anmuten. Doch es stecke viel mehr dahinter, wie Alexander Legniti vom Referat Friedhöfe in der Stadt erklärt. „Neben der Suche nach Angehörigen oder Bekannten ist da auch eine enorme Erleichterung für die Bestattungsunternehmen, Steinmetze oder Gärtnereien. Die können jetzt ganz einfach ins Internet einsteigen und müssen nicht mehr lange vor Ort suchen.“ Im Vordergrund stehe aber der Bürgerservice, wie auch die zuständige Stadträtin Uschi Schwarzl erklärt. „Abgesehen davon können Interessierte aber auch nach prominenten Innsbruckern suchen. So kann man die Lage des Ehrengrabs des Dichters Georg Trakl am Mühlauer Friedhof ganz leicht herausfinden“, erklärt Legniti. Möglich wird dieser neue Service durch die Kombination von zwei Datenbanken. Gernot Schwendinger-Rottmar vom Geografischen Informationssystem hat mit seinem Team alle Friedhöfe vermessen. Jetzt kann man teilweise nach Gräbern suchen, in denen 1850 geborene Menschen liegen. Oder nach Gräbern virtuell suchen, die in der Realität bereits vor einiger Zeit aufgelassen wurden.

Die Daten selbst werden täglich aktualisiert. Bleibt die Frage nach dem Datenschutz. Legniti: „Den Datenschutz gibt es nur für lebende Personen. Er ist hier nicht mehr anzuwenden. Außerdem steht auf den Grabsteinen viel mehr, als wir im Internet publizieren.“ Innsbruck verfügt insgesamt über 18 Friedhöfe, sieben davon sind städtisch. Die Applikation kann unter www.innsbruck.gv.at/friedhof abgerufen werden. (mw)