Letztes Update am Di, 09.07.2019 13:19

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Asfinag

940 Tonnen Müll landeten 2018 auf Tirols Autobahnen

Die Entsorgung des Abfalls kostete allein hierzulande 1,4 Millionen Euro. Die gute Nachricht: Als einziges Bundesland konnte Tirol im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang verzeichnen.

"Mülltourismus" sorgt für Ärger bei der Asfinag.

© Asfinag"Mülltourismus" sorgt für Ärger bei der Asfinag.



Innsbruck — 8700 Tonnen Müll auf Österreichs Autobahnen, 940 davon allein in Tirol: Diese Bilanz für das Jahr 2018 präsentierte am Dienstag die Asfinag. Damit liegt Tirol im Mittelfeld der „Müll-Hitliste", die von Niederösterreich mit fast der doppelten Menge (1700 Tonnen) angeführt wird. Im Vergleich dazu fast verschwindend gering ist die Zahl in Wien: 36 Tonnen. Rund ein Viertel des Müllbergs — landesweit 2000 Tonnen — mussten von Mitarbeitern händisch aufgesammelt werden. Das ist nicht billig: „In Summe kostete die Müllentsorgung im Vorjahr bereits mehr als 13 Millionen Euro", erklärt Asfinag-Geschäftsführer Christian Ebner. 1,4 Millionen davon flossen alleine in Tirol.

Die „Müll-Hitliste" 2018 nach Bundesländern

  1. 1700 Tonnen in Niederösterreich (2,6 Millionen Euro Kosten)
  2. 1460 Tonnen in der Steiermark (2,2 Millionen Euro)
  3. 1350 Tonnen in Oberösterreich (2,05 Millionen Euro)
  4. 1330 Tonnen in Salzburg (2 Millionen Euro)
  5. 940 Tonnen in Tirol (1,4 Millionen Euro)
  6. 750 Tonnen in Kärnten (1,1 Millionen Euro)
  7. 600 Tonnen in Vorarlberg (900.000 Euro)
  8. 570 Tonnen im Burgenland (860.000 Euro)
  9. 36 Tonnen in Wien (50.000 Euro)

Dabei appelliert die Asfinag längst nicht nur wegen der Kosten an die Österreicher. Achtlos entsorgte Getränkedosen und Zigaretten etwa können auch zu gefährlichen Wurfgeschossen werden oder zu abrupten Fahrmanövern führen, wie die Geschäftsführer Christian Ebner und Stefan Siegele betonen. Bedenklich dabei ist, dass der gemessene Müllberg jährlich wächst und wächst. Noch 2018 fiel die österreichweite Bilanz mit 6760 Tonnen Müll und etwas mehr als zehn Millionen Euro Kosten wesentlich niedriger aus. Erfreulicher Ausreißer ist dabei Tirol: Während alle anderen Bundesländer zulegten, war hierzulande die Müllmenge von 2017 (ca. 1100 Tonnen) auf 2018 rückläufig.

Neben dem aus Bequemlichkeit aus dem Seitenfester geworfenen Abfall kämpft die Asfinag auch gegen den sogenannten „Mülltourismus". „Unsere Mitarbeiter finden auf den Rast- und Parkplätzen immer wieder auch normalen Hausmüll sowie alte Autoreifen und Bauschutt", bestätigt Abteilungsleiter Heimo Maier-Farkas diese „billige, aber illegale Variante der Müllentsorgung". Auch Fahrräder, Kühlschränke, Bänke oder Türen fallen in diese Kategorie. (TT.com)