Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 10.07.2019


Bezirk Kufstein

Beratung für häusliche Pflegearbeit im Alpbachtal

Seit Julibeginn berät eine Expertin pflegende Angehörige in Reith. Es gibt bereits viele positive Rückmeldungen.

Hannelore Brunner und der Reither Bürgermeister Johann Thaler freuen sich über das neue Angebot in der Gemeinde Reith.

© ZwicknaglHannelore Brunner und der Reither Bürgermeister Johann Thaler freuen sich über das neue Angebot in der Gemeinde Reith.



Von Walter Zwicknagl

Reith i. A. – Eine Lücke im Angebot als familienfreundliche Gemeinde hat jetzt Reith im Alpbachtal geschlossen. Denn seit Anfang Juli gibt es dort eine Pflegeberatung. „Die Nachfrage ist überraschend groß“, verrät Hannelore Brunner, eine diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin sowie Case&Care-Managerin, die im Krankenhaus Schwaz im Langzeitpflegebereich sowie auf internen Stationen viel Erfahrung gesammelt hat. „Steht man vor der Situation, in der Familie einen plötzlichen Pflegefall zu haben, stellen sich viele Fragen. Denn für pflegende Angehörige und ihre Familien ist es aus unterschiedlichen Gründen eine Selbstverständlichkeit, das Familienmitglied daheim zu pflegen“, sagt Bürgermeister Johann Thaler. Und da will jetzt die Gemeinde hilfreich in die Bresche springen.

Der Fragenkatalog in der Notsituation ist lang, wie Hannelore Brunner bestätigt: Welche Unterstützungsmöglichkeiten gibt es, welche Kosten sind zu erwarten, wenn Hilfsdienste in Anspruch genommen werden und welches Betreuungs- und Pflegeangebot passt zum jeweiligen Versorgungsbedarf? Das sei nur eine kleine Auswahl an Fragen, die sich aufdrängen.

„Da ist für mich auch eine persönliche Begleitung in das Krankenhaus selbstverständlich“, sagt Hannelore Brunner, deren Dienste schon gut angenommen werden. Seit einem Jahr habe man an diesem Projekt gearbeitet, bestätigt BM Thaler. Die neue Anlaufstelle biete Information, Beratung und Begleitung und vermittle Sicherheit und Entlastung.

Die Zuordnung von Heilbehelfen, Beratung zum Thema Pflegegeld, Unterstützung und Koordinierung der freiwilligen Hilfsdienste, ja selbst die Sturzprävention und nachhaltige Gesundheitsförderung gehört zu den Aufgaben der Reither Pflegeberatung. „Die Familie ist aber eine unersetzliche Ressource für die häusliche Pflege, ohne die unser Gesundheits- und Pflegesystem nicht funktionieren würde“, ist Bürgermeister Thaler überzeugt.