Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 10.07.2019


Innsbruck-Land

Rikscha-Dienst: „Frischluftbrise“ weht nun auch durch Völs

Der Rikscha-Dienst für Heimbewohner nimmt nach Innsbruck nun an einem zweiten Standort Fahrt auf. Sponsoren für weitere Gefährte werden gesucht.

Komfortabel: Heimleiter Gotthard Kindl, Organisatorin Tatjana Weiler und BM Erich Ruetz (hinten, v. l.) testeten die wetterfeste E-Rikscha gemeinsam mit Bewohnern der „Gesundheitsdienste Völs“.

© MG Völs; WeilerKomfortabel: Heimleiter Gotthard Kindl, Organisatorin Tatjana Weiler und BM Erich Ruetz (hinten, v. l.) testeten die wetterfeste E-Rikscha gemeinsam mit Bewohnern der „Gesundheitsdienste Völs“.



Von Michael Domanig

Völs – Unter dem Motto „Frischluftbrise“ hat der Verein „Schenk ein Demenzlächeln“ den tirolweit ersten Rikscha-Dienst für Bewohner von Pflegeheimen gestartet, als Teil der internationalen Bewegung „Cycling without age/Radeln ohne Alter“. Ziel der zweistündigen Ausfahrten ist es, ältere Menschen (mit und ohne Demenz) mit allen Sinnen zu aktivieren, sie Ortswechsel, Fahrtwind und frische Luft genießen zu lassen.

In Innsbruck weht die „Frischluftbrise“, wie berichtet, seit rund zwei Monaten, derzeit wird von Mittwoch bis Freitag Nachmittag je ein Heim angefahren (Innere Stadt, Reichenau, Pradl). Nun nimmt der Rikscha-Dienst auch in Völs Fahrt auf: Der Verein „Freunde schenken Freude“ hat eine E-Rikscha gesponsert, die den Gesundheitsdiensten Völs die ganze Woche über fix zur Verfügung steht. Der Service richte sich an Bewohner des Seniorenheims und des betreuten Wohnens, ebenso an Klienten der Tagespflege und der Mobilen Dienste, erklärt „Demenzlächeln“-Obfrau Tatjana Weiler. „Pflegepersonal, Ehrenamtliche und Verwandte werden eingeschult.“

„Unser Anspruch ist es, die Menschen über die Pflege im engeren Sinn hinaus zufriedenzustellen“, meint Gotthard Kindl, Geschäftsleiter der Gesundheitsdienste Völs. „Sie wollen auch Beschäftigung, Erlebnisse. Die Rikscha ist ein hervorragendes Instrument dafür. Bei Fahrten im Dorf und darüber hinaus sehen die Bewohner, wo sie früher gelebt haben, Erinnerungen kommen hoch, das ist ganz wichtig.“ Für den Fahrdienst wolle man, zusätzlich zu den 45 ehrenamtlichen Mitarbeitern der Gesundheitsdienste, weitere Freiwillige gewinnen.

In Innsbruck sind laut Weiler inzwischen rund zehn Fahrer im Einsatz, regelmäßig werden neue eingeschult. Ende Juli soll der Dienst in einem vierten Heim, jenem am Lohbach, starten. Ziel sei es, das Angebot auf weitere Tiroler Gemeinden auszuweiten, sagt Weiler: „Es braucht nur Finanziers für das Gefährt, alles Weitere organisieren wir über den Verein“ (Details unter schenk-ein-demenzlaecheln.com).

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Übrigens: Am 22. September organisieren Weiler und ihr Verein die „1. Tiroler Demenz-Parade“ durch Innsbruck: Pflegepersonen, Angehörige, Freunde und Sportinteressierte treffen sich um 11 Uhr am Marktplatz und brechen gemeinsam zu einer bunten Runde auf – mit Rollstuhl, Rollator, Walkingstöcken oder Laufschuhen. Das Ziel? Sensibilisieren, Lebensfreude verbreiten, Berührungsängste abbauen. Die Anmeldung unter kontakt@demenzlaecheln.com ist bereits möglich.