Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 10.07.2019


Bezirk Landeck

Nebel um Pflegedorf in Zams lichten sich

Nach EU-Ausschreibung trafen 42 Vorschläge zum 80-Betten-Projekt in Zams ein. Realisiert werden die Pläne des Architekturbüros Xander.

Wettbewerbsbetreuer Thomas Klima, Pflegedienstleiterin Angelika Schöpf, Heimleiter Toni Pircher und BM Siggi Geiger (v. l.) stellten nach eineinhalbtägiger Jury-Beratung das Siegerprojekt vor.

© WenzelWettbewerbsbetreuer Thomas Klima, Pflegedienstleiterin Angelika Schöpf, Heimleiter Toni Pircher und BM Siggi Geiger (v. l.) stellten nach eineinhalbtägiger Jury-Beratung das Siegerprojekt vor.



Zams, Schönwies – Endlich sind wir einen wichtigen Schritt weitergekommen“, atmete Heimleiter Toni Pircher am Samstag auf. BM Siggi Geiger und sein Schönwieser Kollege Willi Fink hatten zur Projektpräsentation des Architektenwettbewerbes in der NMS eingeladen. Zu sehen waren dort Pläne und Modelle für den Erweiterungsbau am Pflegestandort Zams.

War 2016 noch die Rede von einem „100-Betten-Pflegedorf“, so soll aktuell ein völlig neuer Gebäudekomplex mit 80 Betten realisiert werden. Die Bettenanzahl des bisherigen Seniorenzentrums Zams-Schönwies soll auf 60 verdoppelt werden, dazu kommt ein eigener Trakt für die Übergangspflege mit 20 Betten. Die ursprünglich am Standort geplante Schwerpunktpflege (ebenfalls 20 Betten) soll im Gebäudekomplex des Krankenhauses integriert werden.

„Mehr als 110 Architekturbüros haben die Unterlagen angefordert“, schilderte Geiger, „die Ausschreibung haben wir in Zusammenarbeit mit der Abteilung Dorferneuerung gemacht.“ Sogar in Lissabon, Amsterdam und Budapest sei das Projekt mit einem Investitionsvolumen von zwölf bis 15 Mio. Euro auf Interesse gestoßen.

Eineinhalb Tage lang hatte dann eine elfköpfige Jury die 42 eingereichten Vorschläge bewertet. Der Sieg ging an das Architekturbüro Xander in Feldkirch. Der Entwurf sieht einen dreistöckigen kompakten Baukörper mit Innenhof vor – am Standort des bestehenden Hauses, das abgerissen werden muss.

Im ersten Stockwerk ist die Übergangspflege vorgesehen, Projektträger sind die 54 Gemeinden der Bezirke Landeck und Imst. Im 2. und 3. Obergeschoß wird das 60-Betten-Seniorenzentrum Zams-Schönwies eingerichtet. Während der Bauphase, voraussichtlich ab 2021, müssen Ersatzplätze für die Heimbewohner eingerichtet werden. „Wir arbeiten bereits an einer Lösung“, sagte Geiger. (hwe)

Das 1996 erbaute Heim fällt der Spitzhacke zum Opfer.
Das 1996 erbaute Heim fällt der Spitzhacke zum Opfer.
- Wenzel



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