Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 11.07.2019


Tirol

Vom Achensee nach Afrika: Freiwilligenjahr in Äthiopien

Der 21-jährige Philipp Entner aus Pertisau tritt im Herbst seinen freiwilligen Auslandsdienst in einem Burschenheim in Addis Abeba an.

Für Philipp Entner geht es im Herbst nach Äthiopien. Dort wird er ein Jahr lang in einem Internat für Buben von der Straße arbeiten.

© Benedikt HagenederFür Philipp Entner geht es im Herbst nach Äthiopien. Dort wird er ein Jahr lang in einem Internat für Buben von der Straße arbeiten.



Pertisau – An Tagen wie gestern genießt Philipp Entner den Tiroler Sommer am Achensee. Im Herbst aber geht es für den 21-Jährigen aus Pertisau auf einen Kontinent, in dem Wasser Mangelware ist: nach Afrika. Konkret führt die Reise den jungen Tiroler in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba. Nicht für einen Urlaub, sondern für ein freiwilliges Jahr Auslandsdienst.

„Am Anfang war die Familie schon etwas skeptisch“, erzählt Philipp Entner. Doch im Laufe der Vorbereitungszeit, in der er gemeinsam mit 20 anderen jungen Erwachsenen eine Woche lang und an drei Wochenenden mit der Aufgabe vertraut gemacht wurde, habe sich diese Skepsis gelegt. Dabei erfuhren die Freiwilligen in Workshops und Vorträgen alles Wissenswerte über ihre künftigen Aufgaben. Organisiert wird der freiwillige Auslandsdienst auf Initiative von „Jugend Eine Welt“ und den Salesianern Don Boscos über den Verein „Volontariat bewegt“.

„Ich interessiere mich für den sozialen Bereich und für den Kontinent Afrika“, sagt der 21-Jährige. Daher sei die Entscheidung für Äthiopien naheliegend gewesen. Erzählt von der Möglichkeit, über den Auslandsdienst seinen Zivilersatzdienst zu leisten, habe ihm ein Lehrer. „Ich werde in Addis Abeba in einem Burschenheim arbeiten, in dem Straßenkinder betreut werden“, erzählt der HAK-Absolvent. Dabei werde er als Englisch- und Sportlehrer tätig sein. Das Glück, in „Österreich auf die Welt gekommen zu sein“, und die Dankbarkeit, „in einem Umfeld aufgewachsen zu sein, in dem es ihm an nichts fehlte“, motivieren den jungen Tiroler, sich für andere Menschen einzusetzen.

„Das Volontariat bringt einen persönlichen Reifungsprozess in Gang“, weiß Johannes Ruppacher, Geschäftsführer von „Volontariat bewegt“. „67 Prozent unserer Freiwilligen geben sogar an, dass diese Erfahrung ihren beruflichen Werdegang beeinflusst hat.“ Ein Auslandseinsatz präge die Freiwilligen lange über die Zeit in den Projekten hinaus. Vor Ort begegne man jeden Tag aufs Neue einer anderen Kultur. Ungewohnte Arbeitsstrukturen, alternative pädagogische Zugänge und ein herausfordernder Alltag in den Einsatzländern würden das eigene Leben in neuem Licht erscheinen lassen.

Nähere Informationen zum Programm von „Volontariat bewegt“ gibt es unter www.volontariat.at. Die nächsten Informations- und Auswahltage für Februar und Sommer 2020 finden in Innsbruck am 21. September statt. (np, TT)