Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 13.07.2019


Innsbruck

Baustelle in Innsbruck mit Feuerlöscher eingenebelt

Eine Großbaustelle erzürnt die Anrainer im Stadtteil Pradl. Die Wohnbaugesellschaft versucht zu beschwichtigen.

Staub, Lärm, Lkw-Verkehr: Die Großbaustelle der Neuen Heimat in Pradl verärgert die Anrainer. Auch die Polizei musste einschreiten.

© DomanigStaub, Lärm, Lkw-Verkehr: Die Großbaustelle der Neuen Heimat in Pradl verärgert die Anrainer. Auch die Polizei musste einschreiten.



Von Thomas Hörmann

Innsbruck – Innsbrucks Baustellen sorgen immer wieder für Ärger bei Nachbarn und Betroffenen. Derzeit etwa in Am Rain in Pradl, wo die Neue Heimat eine große Wohnanlage errichtet. Vor etwa zehn Tagen löste ein aufgebrachter Anrainer sogar einen Polizeieinsatz aus. Weil er die nur etwa fünf Meter von seinem Wohnhaus entfernte Baustelle mit einem Feuerlöscher einnebelte. Eine Anzeige wegen aggressiven Verhaltens war die Folge.

„Feuerlöscher“ Günther P. wollte mit der Aktion seinem Ärger Luft machen: „Wir können seit Wochen vor lauter Staub kein Fenster aufmachen, unsere Grünanlage wurde teils asphaltiert, bis in die Abendstunden dröhnt der Presslufthammer.“ Beschwerden beim Magistrat blieben laut P. ohne Wirkung.

Der Pradler ist mit seinem Ärger nicht allein: Auch die Nachbarn klagen über Lärm, Staub und den Lkw-Verkehr vor der Haustür. Hugo M. hat sogar beantragt, die Miete aufgrund der beeinträchtigten Wohnqualität zu senken. Ohne Erfolg. Eine Anrainerin ärgert sich vor allem über die Bau-Lkw, die „wie deppert fahren“. Und dabei Staub aufwirbeln, „dass es nicht mehr auszuhalten ist“. Günther P. will jetzt Unterschriften sammeln, um so „mehr Rücksicht“ zu erzwingen. „Über uns wird buchstäblich drübergefahren“, beklagt er auch die seiner Ansicht nach unzureichende Information durch die Neue Heimat.

Vorwürfe, die Hannes Gschwentner, Geschäftsführer der Neuen Heimat, nicht gelten lassen will: „Wir haben eine eigene Bauleitung eingesetzt, die darauf achtet, dass sämtliche Bestimmungen genau eingehalten werden. Die Anrainer seien auch umfassend informiert worden: „Wir versuchen alles, um ein gutes Einvernehmen mit den Nachbarn herzustellen.“ Gschwentner hat aber auch Verständnis: „Ich kann die Aufregung nachvollziehen, das ist eine Großbaustelle für 150 Wohnungen, die noch dazu sehr nahe an die Nachbarhäuser angrenzt.“

Dennoch ersucht der Neue-Heimat-Geschäftsführer um Geduld: „Wir können die Baustelle ja nicht einfach abschalten.“