Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 13.07.2019


Osttirol

Osttiroler Schüler sind sechs Kilometer gelaufen für Trinkwasser

Eine weltweite Aktion rückt die Bedeutung sauberen Trinkwassers in den Fokus. 250 Schüler des Gymnasiums sind mitgelaufen.

Vom Gymnasium im Grafenanger sind 250 Schüler zum Floriani-Brunnen in Nußdorf und wieder zurück gelaufen, um Wasser zu holen.

© WittmannVom Gymnasium im Grafenanger sind 250 Schüler zum Floriani-Brunnen in Nußdorf und wieder zurück gelaufen, um Wasser zu holen.



Lienz, Nußdorf – Sechs Kilometer beträgt die durchschnittliche Distanz, die Menschen in den ärmsten Ländern der Welt zurücklegen müssen, um die nächste Wasserstelle zu erreichen. Vor allem Kinder und Frauen sind dort für das tägliche Beschaffen von Wasser zuständig.

„Über 250 Schüler aus elf Klassen und 15 Lehrer sind die sechs Kilometer lange Strecke vom Gymnasium in Lienz bis nach Nußdorf und wieder zurück gelaufen, um Wasser zu holen“, berichtet Harald Wittmann, der selbst an der Schule unterrichtet. Am Brunnen haben die Schüler mitgebrachte Flaschen und Kanister mit Wasser gefüllt. Schwer bepackt ging es dann wieder zurück zum Schulgebäude. So haben die Lienzer Schüler an der Aktion „Global 6K Walk & Run für Wasser“ der internationalen Kinderhilfsorganisation World Vision teilgenommen.

„Heuer haben sich so viele Menschen wie noch nie an dem Projekt beteiligt“, weiß Wittmann. Allein in Österreich seien in Summe mehr als 3600 engagierte Menschen aller Altersgruppen in über 60 Austragungsorten die Strecke von sechs Kilometern gegangen oder gelaufen. Zusätzlich wurden Spenden gesammelt. Die Teilnehmer des Lienzer Gymnasiums haben mehr als 3200 Euro an die Hilfsaktion übergeben. Unterstützt werden damit Kinder und ihre Familien in Mosambik oder ­Eswatini (Swasiland). Sie sollen durch den Bau von Brunnen und Wassersystemen Zugang zu sauberem Trinkwasser erhalten.

„Mit dem Laufprojekt ,Global 6K‘ rückt die Trinkwasserproblematik, wie sie in vielen Ländern des globalen Südens vorherrscht, in das Bewusstsein der Schüler“, sagt Wittmann. Die Jugendlichen würden auch erfahren, wie sehr sauberes Wasser das Leben der Menschen zum Positiven verändern kann: Kinder haben mehr Zeit, zur Schule zu gehen, Infektionskrankheiten durch schmutziges Wasser werden eingedämmt.

Im Oktober wird Elisabeth Leitner, Projektleiterin bei World Vision, das Lienzer BG/BRG besuchen und aus Afrika berichten. (TT, bcp)