Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 17.07.2019


Bezirk Schwaz

Keine verborgenen Schätze in Fügen gefunden

Der Bau der Tiefgarage unter dem Schlosspark in Fügen verläuft nach Plan – auch weil Archäologen nichts historisch Erhaltenswertes fanden. Mit gastronomischem Konzept und Kultur soll Ortszentrum belebt werden.

Rund um das denkmalgeschützte Schloss Fügen sind die Bagger aufgefahren. Jetzt startet der Rohbau der Tiefgarage.

© DählingRund um das denkmalgeschützte Schloss Fügen sind die Bagger aufgefahren. Jetzt startet der Rohbau der Tiefgarage.



Von Angela Dähling

Fügen – Der einst grüne Park hinter den Mauern beim Schloss Fügen ist einer riesigen Baugrube gewichen. Hier entsteht in den nächsten Monaten eine Tiefgarage für rund 100 Stellplätze als erster einer Reihe von Bauschritten.

„Wir sind im Zeitplan“, sagt Bürgermeister Dominik Mainusch. Und wirkt dabei erleichtert. Denn mit Verzögerungen hätte man durchaus rechnen können. Schließlich war nicht sicher, ob sich im Schlosspark des denkmalgeschützten Gebäudes keine historischen Schätze unter der Erde befinden. „Die Archäologen haben nichts historisch Bedeutsames gefunden“, sagt Mainusch. Diese Woche werde mit dem Rohbau begonnen, der bis zum Winter stehen soll. Über den Winter seien Installationsarbeiten geplant und im Frühling 2020 werde mit der Platzgestaltung gestartet.

Aufgrund der darunterliegenden Tiefgarage werde es nicht möglich sein, darüber Bäume auf dem mit Natursteinen gepflasterten Platz zu pflanzen. Dennoch sei eine Begrünung geplant – unter anderem durch Bäume, die durch Lichthöfe in der Tiefgarage nach oben wachsen. „Wir wollen verhindern, dass das eine Betonwüste wird, und die Fläche auch durch angelegte Wege brechen“, sagt Mainusch. Die Platzeröffnung ist im Mai 2020 vorgesehen.

Mit Kulturveranstaltungen wie den geplanten Festspielen und Seminaren sollen das Schloss und damit das Ortszentrum dann belebt werden. „Wir setzen damit zusätzlich auch auf Kulturtourismus“, sagt Mainusch. Mit dem Land laufen Verhandlungen über die Finanzierung der Festspiele.

Große Pläne hegt man auch bezüglich der Gastronomie im Schloss. Im Süden ist ein pavillonartiger Zubau geplant für gastronomische Infrastruktur. „Ein rustikaler, qualitativ hochwertiger und großzügiger Gastgarten, angelehnt an jene in Bayern, ist geplant. Wir verpachten den Gastrobereich dann“, erklärt der Gemeindechef. Ein Bierkeller im Schloss, die Zusammenarbeit mit Zillertal Bier und die Kreation eines eigenen Fügener Schlossbieres sind nur einige von vielen Ideen. „Wir möchten Fügen und das Schloss als Marke positionieren“, erklärt Mainusch. Mit der geplanten Übersiedelung des Standesamtes wird künftig auch „Heiraten im Schloss“ möglich sein. Neben dem Gemeindeamt soll auch die Bücherei im Schloss situiert werden. „Und zwar als eine Art Medienkompetenzzentrum, wo ein urlaubender Manager alle digitalen Medien und Anschlüsse vorfindet, wenn er zwischendurch zwei Stunden arbeiten muss“, blickt Mainusch voraus. Das alles ist noch Zukunftsmusik. Auch aus finanziellen Gründen passiert alles Schritt für Schritt. Denn allein die erste Bauphase kostet die Gemeinde fünf Millionen Euro.