Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 17.07.2019


Tirol

Rätsel um im Stubaital gefundenen Schädel ist gelöst

Zwei Jahre nach einem rätselhaften Skelettfund im Stubaital führt die DNA-Spur zu einem abgängigen Polen. Der Mann dürfte bei einem Ausflug verunglückt sein.


Der Schädelknochen mit der angeschraubten Metallplatte: Das Rätsel um die Identität des Toten konnte gelöst werden.

© PolizeiDer Schädelknochen mit der angeschraubten Metallplatte: Das Rätsel um die Identität des Toten konnte gelöst werden.



Von Thomas Hörmann

Innsbruck – Ein menschlicher Schädelknochen, an dem eine Operationsplatte mit zwei Schrauben befestigt war: So lautet die Beschreibung des mysteriösen Fundes, der seit April 2017 das Landeskriminalamt beschäftigte. Das Rätsel um die Herkunft des Skelettteils ist jetzt gelöst: „Wir konnten den Schädel einem abgängigen Mann aus Polen zuorden“, sagt Christoph Hundertpfund, stv. Leiter des Landeskriminalamtes.

Rückblende: Am 22. April 2017 machten Wanderer im freien Gelände unterhalb der Falbesoner Ochsenalm im Gemeindegebiet von Neustift im Stubaital eine ungewöhnliche Entdeckung. Die Ausflügler stießen auf einen Knochen mit angeschraubtem Metallteil. Ein Anruf bei der Polizei war die Folge.

Der Auftakt für umfangreiche Ermittlungen, an deren Beginn eine Suchaktion stand. Allerdings gelang es den Einsatzkräften nicht, weitere Skelettteile im Umfeld des Fundortes aufzuspüren. Eine Untersuchung ergab aber rasch, dass der Schädelknochen von einem Menschen stammt. Von einem Mann, der an der Außenseite der rechten Augenhöhle operiert worden war. Dabei haben die Ärzte eine Metallplatte eingesetzt und mit zwei Schrauben befestigt. Das Durchforsten der Vermisstendateien blieb ohne Ergebnis – kein registrierter Abgängiger schien zum Knochenfund zu passen. Somit war das Metallstück zunächst der einzige Hinweis zur Identität des Toten. Doch die Nachforschungen in den Krankenhäusern und bei Ärzten führten ebenfalls ins Leere. Auch, weil derartige Dreilochplatten „zu Tausenden bei Operationen Verwendung finden“, beschrieb Hundertpfund im Sommer 2017 den Ermittlungsstand.

Die Untersuchungen des Schädelknochens ergaben aber auch, dass der damals noch unbekannte Mann schon vor längerer Zeit ums Leben gekommen war. Außerdem konnten die Innsbrucker Gerichtsmediziner die DNA des Mannes sichern. Ein Abgleich mit den Datenbanken blieb aber zunächst ohne Ergebnis.

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Schließlich gelang es aber doch noch, den Fall mit Hilfe der DNA zu klären. Bei einem weiteren Abgleich konnte die genetische Spur „einem Polen zugeordnet werden, der an Ausgrabungen in Niederösterreich teilgenommen hat“, erzählt Hundertpfund.

Bei einem Ausflug nach Tirol dürfte der Pole im Stubaital verunglückt und ums Leben gekommen sein.