Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 18.07.2019


Bezirk Schwaz

Quelle in Hainzenberg vermutlich mit Gülle verunreinigt

Ein Bürger der Zillertaler Gemeinde Hainzenberg meldete einen eigenartigen Geschmack des Trinkwassers. Eine Untersuchung des Wassers ergab eine Verunreinigung durch Gülle.

Ein Bauer hat vermutlich Sonntagfrüh Gülle in die Hainzenberger Trinkwasserquelle eingeleitet. Sie wurde Montagvormittag ausgeleitet.

© Thomas Boehm / TTEin Bauer hat vermutlich Sonntagfrüh Gülle in die Hainzenberger Trinkwasserquelle eingeleitet. Sie wurde Montagvormittag ausgeleitet.



Hainzenberg – Nach Buch sind jetzt auch in der Zillertalgemeinde Hainzenberg Probleme mit dem Trinkwasser aufgetreten.

„Wahrscheinlich hat ein Landwirt seine Gülle in die so genannte Dreierstütze-Quelle geleitet“, sagt Bürgermeister Georg Wartelsteiner. Ein Bürger hatte einen eigenartigen Geschmack beim Trinkwasser festgestellt und dies Montagvormittag der Gemeinde gemeldet. Aufgrund von Schilderungen konnte man laut Gemeindechef annehmen, dass es sich um die Dreierstütze-Quelle handelte. „Wir haben dann umgehend einen Gemeindearbeiter dort hingeschickt. Er stellte in der Quellstube einen merkwürdigen Geruch fest. Daraufhin wurde die Quelle sofort ausgeleitet und eine Untersuchung des Wassers beauftragt“, schildert Wartelsteiner. Im Nachhinein habe man festgestellt, dass die Verunreinigung offenbar schon Sonntagfrüh passierte. „Ein Liftbediensteter schilderte später, er habe Sonntagfrüh gesehen, dass die Quelle dreckig war und das Wasser schäumte.“

Die ARGE Umwelt-Hygiene GmbH entnahm noch am Montag Wasserproben. „Das Trinkwasser war durch die Quellausleitung völlig in Ordnung. Aber das ausgeleitete Wasser war verschmutzt mit Enterokokken, coliformen Bakterien und Fäkalbakterien. Dass was nicht passt, konnte mein Mitarbeiter bereits riechen“, erklärt Bernd Jenewein (ARGE Umwelt-Hygiene).

Da Hainzenberg ausreichend Trinkwasserquellen hat, könne man auf die Dreierstütze-Quelle vorläufig verzichten. Es sollen künftig Maßnahmen getroffen werden, durch die die Quelle besser vor Verunreinigungen geschützt werden kann. „Man sagt immer, Tirol hat gutes Trinkwasser. Aber wir sind jährlich zwei bis vier Mal im Schnitt mit Chlor-Dosieranlagen im Einsatz“, sagt Jenewein. Die Quellen oben am Berg seien bakteriologisch anfälliger, das Grundwasser könne indes durch Pestizide verunreinigt werden. „Leider werden die Auflagen in den Schutz- und Schongebieten oft nicht eingehalten. Da fehlt das Bewusstsein“, zeigt Jenewein auf. Sauberes Trinkwasser erfordere ständige Pflege und Einhaltung der Schutzbestimmungen. (ad)

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