Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 20.07.2019


Exklusiv

Achtung, Drohnen: Der fliegende Spion im eigenen Garten

Mit dem Anstieg der Drohnenflieger steigt auch das Konfliktpotenzial. Wer mit Drohnen über fremdem Grund fliegt oder gar fotografiert, gerät schnell in Teufels Küche. Betroffene müssen sich nicht alles gefallen lassen.

Wer seine Drohne steigen lassen will, muss viele Rechtsmaterien beachten: von der Anzeige bei der Flugbehörde bis zum Datenschutz.

© Getty ImagesWer seine Drohne steigen lassen will, muss viele Rechtsmaterien beachten: von der Anzeige bei der Flugbehörde bis zum Datenschutz.



Von Max Strozzi

Innsbruck – Ein sonniger Freitagvormittag im Tiroler Unterland. Eltern spielen mit ihren Kindern im Garten, als sie plötzlich ein Surren vernehmen. Etwa 15 bis 20 Meter über ihrem Garten schwebt eine Drohne, fliegt weiter an die Westseite des Hauses, danach knapp über das Haus der Familie hinweg an die östliche Grundgrenze. Das ganze Szenario dauert etwa 30 Sekunden, die Familie ist verunsichert, fühlt sich beobachtet und bedroht: Wird da gerade fotografiert, gefilmt, Familie und Haus ausspioniert? Schließlich stellen die Hausbesitzer den Drohnen-Piloten zur Rede, der sich knapp 150 Meter entfernt an einem Parkplatz aufhält. Er fliege im Auftrag eines Nachbarn, der gerne Fotos seines Anwesens hätte, erzählt der Pilot. Er mache das gewerblich, habe die Genehmigung der Flugbehörde Austro Control und dürfe daher den Luftraum der Familie benutzen, um das Haus des Nachbarn zu fotografieren. Um Zustimmung müsse er die Familie nicht fragen.

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