Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 26.07.2019


Innsbruck-Land

Nach Felssturz geht es in Vals jetzt rasch mit Verbauung los

Nach dem gewaltigen Felssturz 2017 soll noch heuer die neue Straße fertiggestellt werden. Auch eine Lawinen-Anbruchsverbauung ist geplant.

Der erste Bagger steht schon bereit: Nach Einigung mit den Grundbesitzern kann jetzt in Vals mit dem Bau von Straße und Damm begonnen werden.

© RappDer erste Bagger steht schon bereit: Nach Einigung mit den Grundbesitzern kann jetzt in Vals mit dem Bau von Straße und Damm begonnen werden.



Von Irene Rapp

Vals – Am 24. Dezember 2017 waren im Vals 117.000 Kubikmeter Fels ins Tal und unter anderem auf die Landesstraße gedonnert. Ein Weihnachtswunder, dass damals niemandem etwas passiert ist und alle betroffenen Anrainer mit dem Schrecken davongekommen sind.

Neunzehn Monate später geht es nun los mit Baumaßnahmen für eine dauerhafte Entschärfung der Gefahrenstelle. Geplant ist demnach u. a. ein acht Meter hoher Damm, der zwischen der Felswand und Gebäuden errichtet werden soll. Dieses Bauwerk soll laut Bürgermeister Klaus Ungerank talauswärts sogar verlängert werden – und weitere Häuser dauerhaft schützen. Im Dezember 2017 mussten nach dem Felssturz einige Häuser evakuiert werden. Das soll künftig nicht mehr notwendig sein.

Die Landesstraße wiederum wird verlegt. „Die kommt Richtung Bach auf einen vier Meter hohen Damm. Auch das ist eine Maßnahme, damit im schlimmsten Fall nicht wieder eine Verschüttung der Straße gegeben ist“, sagt Ungerank.

Warum es so lange gedauert hat, bis ein endgültiges Paket geschnürt werden konnte, hat unter anderem damit zu tun, dass es Probleme mit den betroffenen Grundeigentümern gegeben hat. Zahlreiche Bewohner des Valsertals, die nach dem Felssturz 2017 einige Tage von der Außenwelt abgeschnitten waren, hatten sich zudem für eine Tunnelvariante ausgesprochen. Nun haben sich beide Punkte erübrigt. „Mit den Grundeigentümern hat man sich geeinigt“, erzählt Ungerank. Eine Tunnelvariante wiederum wurde vom Landesgeologen als wenig sinnvoll eingestuft. Nicht zuletzt deshalb, weil eine Realisierung Jahre brauchen würde.

Nun allerdings geht alles schnell: Die neue Valser Straße L230 soll laut Ungerank bis Ende Oktober fertig sein. „Damit wir winterfit sind.“ Die alte Landesstraße wird dann wegkommen, die ehemals landwirtschaftlichen Flächen werden rekultiviert.

Der lange Damm wiederum, mit dessen Bau ebenfalls jetzt begonnen wird, soll im Laufe des Jahres 2020 fertig gestellt sein.

Im Frühjahr war das entsprechende Paket mit dem Land geschnürt worden – die vorläufigen Kosten sind mit 8 Millionen Euro veranschlagt. Denn mit Damm und neuer Straße allein ist es nicht getan: Im oberen Teil der Felswand ist eine Lawinen-Anbruchsverbauung geplant. „Im Herbst wird dieses Projekt vorgestellt. Denn viele Menschen haben fast mehr Angst vor der Ultenlawine als vor dem Steinschlag“, sagt Bürgermeister Ungerank.

Für den Ortschef ist das geplante Projekt die beste Lösung für die Anrainer des Valsertals. „Ein Tunnel hätte vor allem die Straße geschützt“, bringt er einen Aspekt ins Spiel. Der brüchige Berg wird übrigens immer noch laufend vermessen und somit im Auge behalten.