Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 27.07.2019


Bezirk Reutte

Weißenbach: Zulauf zur Rettung von “Wundersee“

Rund 170 Interessierte holten sich Donnerstagabend in Weißenbach Informationen zum gefährdeten Baggersee in Forchach.

Unterstützung zur Erhaltung des Baggersees kam auch von den Lechtaler Öko-Größen Toni Knittel (l.) und Pfarrer Karlheinz Baumgartner.

© Nikolussi HansUnterstützung zur Erhaltung des Baggersees kam auch von den Lechtaler Öko-Größen Toni Knittel (l.) und Pfarrer Karlheinz Baumgartner.



Von Hans Nikolussi

Weißenbach – Die Initiative von rund 20 Mitstreitern, die sich der Rettung des Forchacher Baggersees verschrieben hat, hat Fahrt aufgenommen. Bei einer Informationsveranstaltung im Mehrzwecksaal von Weißenbach haben sich rund 170 Sympathisanten von den Initiatoren Wolfgang Schweißgut und Walter Leitgeb über das umstrittene EU-Life-Projekt informieren lassen. Sie kamen zum Schluss, dass es in den Vorarbeiten zum Projekt einige Fehler gibt und bei den Erhebungen im Vorfeld vieles nicht berücksichtigt wurde. Wolfgang Schweißgut: „Die Schutzwürdigkeit des Baggersees ist im Gutachten nicht entsprechend dargestellt. Heute leben am und im See über zwanzig auf der Roten Liste stehende Tierarten und zahlreiche geschützte Pflanzen.“ Einige der Vorwürfe: Die Entscheidung pro/contra See sei einseitig aus der Flussperspektive gefällt, die Biodiversität in und am See und die Interaktion See/Fluss nicht analysiert worden. Vorwürfe, die ein Überdenken des Projekts erforderlich machen würden, so die Initiatoren.

Auf Grund der kurzen Vorlaufzeit für den Info-Abend waren keine Behördenvertreter oder Entwickler des Life-Projektes in Weißenbach vor Ort. Bei Moderator Helmut Mittermayr (TT) deponierten daher vor allem besorgte Bürger, die bereit sind, um „ihren“ See zu kämpfen, Wortbeiträge. So gab es eigentlich nur Unterstützung aus den Reihen des Publikums. Unterstützer mit einigem Gewicht, sprachen sich doch auch „Urgesteine“ für den Kampf um den Erhalt des Lechflusses, Pfarrer Karlheinz Baumgartner und „Bluatschink“ Toni Knittel, für die Rettung des „Wundersees“, wie es der Priester formulierte, aus. Auch die Bezirkspolitspitzen von Grün und Blau nahmen Stellung und zeigten sich von dem Kleinod angetan.

Die Organisatoren hoffen, dass alles noch einmal auf Expertenebene unabhängig geprüft wird. Eine in Rechtskraft erwachsene Baugenehmigung hieße ja nicht zwangsläufig, dass sie unbedingt sofort in Anspruch genommen werden muss, erklärte Schweißgut. Eine Petition wurde gestartet. Unterschrieben wurde am Abend in Weißenbach zahlreich, auch im Internet haben schon über 400 Personen gezeichnet.