Letztes Update am Do, 01.08.2019 16:11

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Integrationsprojekt

Alle dürfen spielen, alle dürfen zuhören: Open Piano for Refugees in Innsbruck

Die Maria-Theresien-Straße wird zur Bühne des frei zugänglichen Open Pianos und alle, die daran vorbeilaufen und spielen möchten, werden zu Künstlern. Der Verein dahinter verwendet Musik, um Integration zu ermöglichen.

Bereits im vergangenen Jahr war das Open Piano in Innsbruck ein erfolgreiches Projekt.

© Klavierbetrieb ZifreindBereits im vergangenen Jahr war das Open Piano in Innsbruck ein erfolgreiches Projekt.



Innsbruck – Vom 1. bis 4. August steht in der Maria-Theresien-Straße in Innsbruck, direkt neben der Annasäule, ein Klavier auf der Straße. Es lädt dazu ein, das Offensichtliche zu tun: Sich an das Instrument zu setzen und loszuspielen – oder anderen dabei zuzuhören. Es lädt aber auch dazu ein, neuen Menschen zu begegnen und sie möglicherweise kennenzulernen, Gesellschaftsschichten zusammenzubringen und Platz für Integration zu schaffen. Denn das ist die Motivation des Vereins, der das Klavier organisiert hat.

Integration nach Erfolgsrezept

„Open Piano for Refugees“ ist laut Webseite ein „Verein zur Förderung der öffentlichen Begegnung, Integration und Nächstenliebe“, den es seit dem 2. Dezember 2016 gibt. Seine Vorgehensweise sei einfach, aber zielführend: Klaviere werden für alle zugänglich in der Öffentlichkeit platziert und bieten somit eine Bühne für Kommunikation und Interaktion zwischen verschiedensten Menschen. Dadurch entstehe die erste Basis der Integration.

Die zweite findet dann im Musikinstitut „DoReMi“ statt. Dort wird Musikunterricht im Paarunterricht angeboten: Sozial benachteiligte und geflüchtete Menschen musizieren gemeinsam mit Einkommensstärkeren, wodurch kulturelle Unterschiede geschätzt und nachhaltige Integration unterstützt werden. Das Ziel ist dann die Integration am Arbeitsmarkt. Die Fähigkeiten der Menschen, die sich engagieren wollen, werden beim Unterricht, bei Konzerten und anderen Veranstaltungen eingebracht: Sie werden Betreuer der Open Pianos, Musiklehrer beim Institut und vieles mehr. So entsteht für die Menschen eine Möglichkeit, erwerbstätig zu werden. „Alle drei Grundpfeiler sind essentiell, um Menschen nachhaltig integrieren zu können“ heißt es auf der Homepage.

Standorte in Österreich, Deutschland und in der Schweiz

Das Klavier in der Maria-Theresien-Straße ist nur ein kleiner Teil des ziemlich großen Projektes. Bereits an 70 Standorten in verschiedenen Städten in Österreich, Deutschland und der Schweiz wurde die musikalische Besonderheit Wirklichkeit. Kooperationen mit Klavierhäusern ermöglichen die Organisation der Instrumente, die Vereinsorganisation setzt sich mit den Bewilligungen, dem Transport, Auf- und Abbau und deren Betreuung auseinander.

Von 1. bis 4. August kann man in der Maria-Theresienstraße die Tasten des Open Piano klingen lassen.
Von 1. bis 4. August kann man in der Maria-Theresienstraße die Tasten des Open Piano klingen lassen.
- Klavierbetrieb Zifreind/Buettner

Diesen Monat werden – neben dem Standort in Innsbruck – in Dornbirn am Marktplatz, in Salzburg am Mozartplatz, in Bonn am Münsterplatz und im Zentrum von Linz Klaviere aufgestellt werden. Vor Ort gibt es neben der Möglichkeit für Passanten, die Tasten zum Klingen zu bringen, manchmal auch Flash-Mobs und Konzerte. (jam)