Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 06.08.2019


Bezirk Reutte

Busfahrer gab Liebeserklärung an Österreich über Lautsprecher ab

Eine monetäre Liebeserklärung über Lautsprecher gab ein Busfahrer ab.

Symbolbild

© Mihajlo MaricicSymbolbild



Reutte – Der Linienbus mäandert Sonntagvormittag gemütlich die Serpentinen des Gaichtpasses Richtung Tannheimer Tal hinauf, als der Busfahrer mit dem weißen Rauschebart zum Mikrofon greift. Zuvor ist eine große Gruppe Deutscher zugestiegen. Ihnen will er einige Dinge klarmachen, die anderen Mitfahrer kommen in den Genuss eines ungewöhnlichen Vortrages. Der Lenker des Busses, selbst ein Deutscher, sein Idiom lässt den Schwaben vermuten, teilt seinen Landsleuten mit, warum er so gerne in Österreich „schaffe geht“. Heute werde er etwa 13,5 Stunden arbeiten – „alles kein Problem“. Denn seine Überstundenabzüge seien im Vergleich zu Deutschland marginal. Der Chauffeur rechnete vor, dass ihm im aktuellen Ländervergleich bei brutto 2000 Euro in Österreich netto über 200 Euro mehr bleiben. Außerdem würde es hier von Staats wegen ein 13. und 14. Gehalt geben. Und kaum zu glauben – auch in der Pension könne er im Gegensatz zum nördlichen Nachbarn mit einem 13. und 14. planen. In der Rente bleibe ihm auch anderweitig mehr: weniger Abzüge, ungestraftes Dazuverdienen. Er habe vor zehn Jahren über die Grenze gewechselt, den Schritt nie bereut und werde auch um die Staatsbürgerschaft ansuchen. Für abschließendes Schmunzeln sorgte das Statement eines schwäbischen Passagiers: „Lasset ihr no welche nei?“ (hm)

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