Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 08.08.2019


Innsbruck

554-mal kein Fall für den Abfall

554 Schultaschen kamen heuer wieder zusammen. Sie wurden von fleißigen Helfern überprüft und gereinigt.

© Rudy De Moor554 Schultaschen kamen heuer wieder zusammen. Sie wurden von fleißigen Helfern überprüft und gereinigt.



Die Schultasch­e, treuer Begleiter über das Jahr hinweg, landet am Zeugnistag gerne im Eck — und bleibt dort entweder für neun Monate oder für immer. Das neue Schuljahr beginnt dann oft mit einem neuen Ranzen. „Schultaschen gehören nicht in den Müll. Tiroler Familien freuen sich über gut erhaltene Stücke", sagten LHStv. Ingrid Felipe und Soziallandesrätin Gabriele Fischer gestern anlässlich eines Presse­termins im Flüchtlingsheim Reichenau. Seit inzwischen elf Jahren veranstaltet der Umweltverein Tirol zu Ferienbeginn die „ReUs­e-Schultaschenaktion".

Die Bilanz aus all den Jahren kann sich sehen lassen: „Insgesamt rund 13.000 Stück Schultaschen konnten wir seit Beginn der Aktion vor einem Ende auf der Deponie oder dem Verbrennungsofen retten. Allein heuer kommen noch 554 Schultaschen hinzu", so Martin Baumann, Geschäftsführer des Umweltvereins Tirol. Als Multiplikator in den Tiroler Schulen fungiert das Jugendrotkreuz Tirol: Dort wird auf die Aktion hingewiesen und die Schultaschen werden vor Ort gesammelt. „Gleichzeitig werden in den Gemeinden jene Schultaschen, die im Recyclinghof abgegeben werden, aus dem Abfallstrom geschleust", berichtet Michael Kneisl, Obmann des Umweltvereins.

Aus Alt wird im Flüchtlingsheim Reichenau dann wieder Neu: Freiwillige Helfer reinigen die Schultaschen, überprüfen sie auf Schäden und befüllen sie mit Schulmaterialien. Die Sammlung sei ein Zeichen der gelebten Solidarität und schone gleichzeitig die Ressourcen, heißt es von den Initiatoren. Vor Schulbeginn verteilen die Tiroler Sozialen Dienste, Caritas und Diakonie die runderneuerten Rucksäcke und Schultaschen unter Familien in Tirol — was übrig bleibt, geht an Familien in Rumänien und dem Kosov­o. (TT)