Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 11.08.2019


Tirol

Verspätungen, Briefkästen falsch bestückt: Pannen bei der Post

In den Urlaubswochen ist viel weniger Post unterwegs. Zuletzt ärgerten sich Bürger über Verspätungen und falsch bestückte Briefkästen.

Symbolfoto.

© TT/BöhmSymbolfoto.



Innsbruck – Briefe, die aus den Postkästen hängen und damit nicht dem heutigen Gefühl für Datenschutz entsprechen, sind ein Ärgernis, egal wie viele Menschen in einem Haus wohnen. Falsch adressierte Briefe im Stiegenhaus und ein Postkasten, der tagelang leer bleibt, auch. Zuletzt machten Innsbrucker Bürger ihrem Ärger über die Briefzustellung im Sommer in Leserbriefen Luft. Wie Michael Homola, Ansprechpartner der Post in Wien, bestätigt, „gehören Briefe in den Postkasten und sollen nicht heraushängen“. Hier sollten Bewohner und Besucher nicht neugierig nach dem Versender schielen können. Eine Beschwerde ist also angebracht.

Die Panne, dass Brief­e offen im Stiegenhaus liege­n, kann sich Homol­a damit erklären, dass das Poststück versehentlich in ein falsches Fach rutscht und „Herr Huber den Brief an Herrn Mair für den Postboten herauslegt. Es passiert leider, dass Briefe nicht richtig einsortiert werden.“

Die Beschwerde über das tagelange Ausbleiben der Post erklärt Homola mit den unterschiedlichen Tarifen, unter denen man mittlerweile wählen kann. Ein Prio-Brief zu 80 Cent „muss und wird von Montag bis Freitag zugestellt“. Das verlangt das Postmarktgesetz, egal ob es sich um eine Stadt oder einen kleinen Ort handelt. Der günstigere Eco-Brief zu 70 Cent wird in drei bis fünf Tagen ausgetragen. Das gilt auch für Kuverts mit der Sammelwerbung. „Verzichtet jemand auf Werbung und ist kein Prio-Brief dabei, so kann der Eindruck entstehen, dass nur alle zwei Tage die Post zugestellt wird.“ Wie Homola beobachtet, wählen mittlerweile 60 Prozent der Versender, darunter auch Banken und Versicherungen, den günstigeren Eco-Brief. Fazit: Es kann immer etwas passieren.

Eine empörte Kundin appellierte auch an die Post, die Urlaubsvertretungen doch besser einzuweisen. Derzeit ist es laut Homola Usus, dass die Sommerpostler etwa eine Woche eingeschult werden, wobei sie im Ideal­fall den Stammzusteller begleiten. (stro sa)

Postzahlen

Postkarten. Wie die Post vor zwei Jahren erhob, kommen in den Sommermonaten täglich 20.000 bis 25.000 Briefe und Postkarten nach Österreich. Letztere wurden nicht gesonder­t erhoben.

Urlaubsfach. Von Juni bis September werden etwa 12.000 Urlaubsfächer in Österreich angelegt.

Nachsendeauftrag. Inklusiv­e Urlaubsaufträgen werden insgesamt rund 300.00 Nachsendeaufträge in Österreich ausgeführt. In Tirol waren es 2018 ca. 22.500 Nachsendeaufträge.

Urlaubsvertretung. Von Juni bis September nehmen ca. 2000 Personen österreichweit einen Sommerjob an, in Tirol heuer 130. Ein Drittel von ihnen sind Wiederkehrer.