Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 10.08.2019


Osttirol

Familie Magomedow: Wiedersehen nach einem Jahr der Trennung

Die Geschichte der Familie Magomedow hat viele bewegt. Die Mutter ist mit ihren Töchtern wieder in Dagestan. Sie möchten nach Lienz.

Salichat (10), Alia (7) und Safia (4) haben ihren Vater Magomed Magomedow nach einem Jahr wieder in die Arme schließen können. Die Aufnahme stammt von gestern und wurde aus Dagestan zugesendet.

© Nasibat KamelovaSalichat (10), Alia (7) und Safia (4) haben ihren Vater Magomed Magomedow nach einem Jahr wieder in die Arme schließen können. Die Aufnahme stammt von gestern und wurde aus Dagestan zugesendet.



Von Christoph Blassnig

Lienz – Die Flucht dieser Familie nach Österreich liegt mehrere Jahre zurück. Schlussendlich vergeblich haben sich Nasiba Kamelowa und ihr Mann Magomed Magomedow mit ihren Töchtern um ein Bleiberecht in ihrem Gastland bemüht. Salichat (10 Jahre), Alia (7 Jahre) und Safia (4 Jahre) haben gestern nach einem Jahr der Trennung ihren Vater wieder in die Arme schließen können. Am vergangenen Mittwoch reiste die Mutter mit ihren Töchtern nach Wien, von wo es mit dem Flugzeug über Moskau nach Dagestan, eine russische Republik im Nordkaukasus, ging.

Nachdem man den Familienvater im September des Vorjahres vor dem Kindergarten in Lienz verhaftet und sofort in sein Herkunftsland abgeschoben hatte, war der Aufenthaltsort der Mutter und ihrer drei Kinder für einige Monate unbekannt. Eine Beschäftigungszusage für den Vater, ein Lichtermeer vor der Lienzer Liebburg, ein Bittschreiben von Bischof Hermann Glettler an das Bundesamt für Fremdenwesen – das alles hatte nichts gefruchtet. Im Dezember entschied sich die Mutter, freiwillig dem Familienvater in ihr Herkunftsland nachzufolgen. Die Familie bezog wieder in der Lienzer Flüchtlingsunterkunft Angerburg ein Quartier. Die Mädchen besuchten wieder die Schule und den Kindergarten.

Über die Rückkehrhilfe der Caritas nahm Nasiba Kamelowa Kontakt mit den russischen Behörden auf. Die Ausstellung der Pässe verzögerte sich monatelang, besonders bei der jüngsten Tochter, weil sie in Österreich zur Welt gekommen war.

„Es war ein zermürbendes Auf und Ab“, sagt eine gut befreundete Familienmutter in Lienz. In den letzten Wochen musste sich die Mutter jeden Mittwoch bei der Polizei melden. Die älteste Tochter sei in der letzten Zeit immer ruhiger geworden. Die Mutter brachte ihren Kindern das kyrillische Alphabet bei, damit sie in Dagestan die Schule besuchen können. „Sie möchten auf legalem Weg zurück nach Lienz kommen.“