Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 13.08.2019


Exklusiv

Auch nach zwei Wochen kein sauberes Trinkwasser in St. Ulrich

Wegen des Neubaus der Quellfassung in St. Ulrich heißt es weiterhin „Wasser abkochen“. Laut einem Hotelier sei das Problem bekannt gewesen.

Das Wasser in St. Ulrich kann erst nach einem positiven Gutachten zum Trinken freigegeben werden. Noch muss es abgekocht werden.

© Symbolfoto: MaderDas Wasser in St. Ulrich kann erst nach einem positiven Gutachten zum Trinken freigegeben werden. Noch muss es abgekocht werden.



Von Michael Mader

St. Ulrich a. P. – Der Unmut bei den Einwohnern in St. Ulrich wächst von Tag zu Tag: Immer öfter landen Beschwerde-E-Mails auch in der Redaktion der Tiroler Tageszeitung.

Grund ist – wie berichtet – ein schweres Unwetter Ende Juli. Dabei wurde der Lastalbach zu einem reißenden Fluss und drückte die so genannte Brunnstube etwas ein. Noch am 29. Juli ist mit den Aufräum- und Vorarbeiten begonnen worden und der Bach in sein ursprüngliches Bett zurückgedrängt.

Beim Unwetter wurde die Brunnstube eingedrückt und vom Bach fast mitgerissen.
Beim Unwetter wurde die Brunnstube eingedrückt und vom Bach fast mitgerissen.
- Gemeinde St. Ulrich

Allerdings wurde die Quellfassung so weit beschädigt, dass sie neu errichtet werden musste. Das ist mittlerweile zwar erfolgt, allerdings sei es nach behördlichen Vorgaben notwendig, ein neues Gutachten erstellen zu lassen. Dies wiederum bedarf einer neuen behördlichen Besichtigung der Wasserversorgungsanlage St. Ulrich am Pillersee und der Erstellung eines Ortsbefundes, heißt es auf der Homepage der Gemeinde (www.st.ulrich.tirol.gv.at).

Die Besichtigung hat am vergangenen Freitag stattgefunden, danach werde das Gutachten erstellt. Erst wenn dieses positiv ausfällt, kann das Trinkwasser freigegeben werden. In der Zwischenzeit kann die Trinkwasserqualität nicht garantiert werden und es ist nach wie vor erforderlich, das Wasser mindestens drei Minuten abzukochen.

Hotelier Alexander Nothegger berichtet, dass er täglich zwischen sieben und zehn Kisten Mineralwasser brauche, das er aufgrund des schlechten Wassers nun schon die zweite Woche verschenken müsse: „Die Bürgermeisterin samt Gemeinderat wussten seit Jahren vom Problem des nun weggerissenen Bassins und hatten die Wassersicherung als oberstes Wahlversprechen. Das Projekt liegt schon seit drei Jahren im Amt fertig ausgearbeitet, sogar der Wasserzins ist für die Investition nach oben gegangen. Geschehen ist nichts“, behauptet er.

Bürgermeisterin Brigitte Lackner war aufgrund eines ganztägigen Hearings bis Redaktionsschluss für eine Stellungnahme nicht erreichbar.