Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 13.08.2019


Bezirk Reutte

Rückschlag für Breitenwang: Heilwasser mit Keimen verunreinigt

Herber Rückschlag für die Gemeinde Breitenwang. Das „Tauernwasser“ ist derzeit alles andere als heilend.

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© DPA/PATRICK PLEULSymbolfoto.



Von Helmut Mittermayr

Breitenwang – Seit Jahren bemüht sich die Gemeinde Breitenwang, aus dem seit Ende der 1990er anerkannten Heilwasser am Tauern auch einen „unique selling point“ zu kreieren, also ein Alleinstellungsmerkmal zu bekommen. Bürgermeister Hanspeter Wagner räumt nun ein, dass diese Bestrebungen einen schweren Rückschlag erhalten haben, sogar das Aus für das sulfathaltige Tauernwasser, auch Kreckelmooser Heilwasser genannt, eine Option sei. Denn bei der vergangenen Untersuchung durch „Wasser Tirol“ wurden Keime und Bakterien entdeckt. Im Gegensatz zu Trinkwasser, bei dem dies dauernd vorkommen und das nach einer UV-Bestrahlung bedenkenlos getrunken werden kann, ist bei Heilwasser eine Nachbehandlung nicht erlaubt.

Die Pläne für die 60-Liter/min-Quelle in der Nähe des ehemaligen Waldhofs waren weit gediehen. In einem Hochbehälter sollte das Heilwasser gefasst werden. Eine umfassende touristische Vermarktung bis hin zur Flaschenabfüllung war in der Pipeline.

In Frage gestellt ist nun auch die Rolle Breitenwangs im grenzüberschreitenden, geförderten EU-Projekt „Lebensspur Lech“. Dieses sollte auf drei Säulen stehen, nämlich in Füssen das „Kneippen“ forciert werden, im Lechtal wäre „Natur erleben“ das Thema und in Breitenwang eben Heilwasser. Wie es weitergeht, darüber wird der Gemeinderat befinden, erklärt Wagner. Aufgabe aller Bemühungen und Stilllegung oder neuer Anlauf – alles ist möglich.