Letztes Update am Do, 15.08.2019 14:19

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutschland

Fäkalien, Müll, kranke Tiere: 100 Katzen aus Messie-Haus geholt

Der Garten komplett vermüllt, im Haus Chaos und Fäkalien auf dem Boden: Die Behörden im norddeutschen Großhansdorf haben etwa 100 Katzen aus einem völlig verwahrlosten Haus zweier Frauen geholt. Für die Helfer bestand Gesundheitsgefahr.

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Großhansdorf – Mit Atemschutz betraten die Feuerwehrleute das Einfamilienhaus im schleswig-holsteinischen Großhansdorf und entdeckten Zustände, die der Garten schon hatte vermuten lassen: überall Müll, Kot, Elektrokabel, die von der Decke hängen, und etwa 100 streunende Katzen.

Die Tiere seien zum Teil stark vernachlässigt oder erkrankt gewesen, sagte ein Sprecher des Kreises Stormarn am Donnerstag. Einige Tiere hätten Missbildungen aufgewiesen, die vermutlich auf Inzucht zurückzuführen seien, sagte der Sprecher. Zuvor hatte das Stormarner Tageblatt darüber berichtet.

Bewohnerinnen während Einsatz verschwunden

Am Mittwoch war es in dem Messie-Haus zu einem Großeinsatz von Feuerwehr, Polizei, Ordnungsamt, Tierheimen und dem psychiatrischen Dienst gekommen, wie ein Sprecher der Polizeidirektion Ratzeburg am Donnerstag erklärte und damit Berichte mehrerer Medien bestätigte.

Demnach hatten Nachbarn die Polizei verständigt und sich über den Müll, die Tiere und einen bestialischen Gestank beschwert. Schon rückten die Behörden aus und fuhren schwere Geschütze auf.

Den Angaben zufolge sollen eine 70-Jährige und deren 50-jährige Tochter die Besitzerinnen des Hauses sein. Sie hätten angegeben, dass lediglich weniger als zehn Katzen in dem Haus lebten. Die beiden Frauen hätten sich noch während des Einsatzes entfernt und seien verschwunden.

Noch am Mittwoch kamen 40 Katzen in verschiedene Tierheime, die übrigen sollen geholt werden, wenn in dem Haus eine Gesundheitsgefahr für die Helfer ausgeschlossen ist. Die Besitzerinnen seien wenig später verschwunden gewesen. (dpa)




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