Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 20.08.2019


Bezirk Imst

Kirchlein in Ötzerau: Wahrzeichen durch Kraftakt erhalten

Das Ötzerauer Kirchlein wird derzeit renoviert. Die Baukostenschätzungen belaufen sich aktuell auf 105.000 Euro, wobei die eingehenden Spenden bereits jetzt alle Erwartungen übertreffen.

Das 1698 geweihte und weitum sichtbare Ötzerauer Kirchlein wird seit Juni liebevoll restauriert.

© ParthDas 1698 geweihte und weitum sichtbare Ötzerauer Kirchlein wird seit Juni liebevoll restauriert.



Von Thomas Parth

Der Turm des Antonius-Kirchleins in Ötzerau.
Der Turm des Antonius-Kirchleins in Ötzerau.
- Parth

Oetz — Bereits 2017 fiel der Beschluss, das Antonius-Kirchlein in Ötzerau zu renovieren. Hans Jäger, Chorleiter und Organist in Oetz, erhielt alle Vollmachten, die Renovierungsarbeiten in Auftrag zu geben bzw. diese als Koordinator zu dirigieren. „Ich hab­e dies­e Aufgabe mit Freude übernommen", kommentiert Jäger diesen Umstand.

Anfang Juni wurde das Gerüst aufgestellt und die Arbeiten zur — äußeren — Generalsanierung konnten beginnen. „Innen ist das Kirchlein nicht sanierungsbedürftig", urteilt Jäger: „Während das Kirchendach noch recht gut in Schuss ist, mussten wir die Fassade, die Turmuhr, die Sonnenuhr und dem Kirchturm mit allen Dachrinnen und Fresken rundum erneuern." Auf ein finanzielles Lotteriespiel wollt­e sich Jäger allerdings nicht einlassen, weshalb neben den Behördengängen auch die Finanzierung einiges an Vorlaufzei­t in Anspruch nahm.

„Die Abteilung Kultur des Landes Tirol, das Bundesdenkmalamt, die Diözese Innsbruck und die Landesgedächtnisstiftung sind jeweils mit je zehn Prozent am Finanzierungsschlüssel beteiligt", weiß der Koordinator. Die Gemeinde Oetz hat vorab 15.000 Euro zugesichert. „Wobei der Solidaritätsfonds der Diözese und die Gemeinde bei Finanzierungsengpässen einspringen könnten", darf sich Hans Jäger gelassen geben.

Eine erste Schätzung der Baukosten lag noch bei 90.000 Euro. Diese musste jedoch auf gut 100.000 bzw. 105.000 Eur­o angehoben werden. „Was mich besonders freut, ist die Haussammlung, die bislang weit über 20.000 Euro ergab und von der ich mir am End­e schon 26.000 Euro erhoffe. Diese Spendensumme bezieht sich auf alle Firmenspenden und privaten Gönner. Umgelegt wären das über 100 Euro je Haushalt und damit weit mehr, als ich mir anfangs erhofft habe", lobt Jäger die Spendenfreudigkeit in Oetz.

Während Eberhard Ganglberger aus Umhausen noch Hand an die Restaurierung der letzten Fresken legt, bereitet sich die Kirchengemeinde schon auf die Neu-Segnung des Ötzerauer Kirchleins am 22. September vor. Spenden werden bei der Raiffeisenbank Vorderes Ötztal gerne angenommen

Freskenmaler Eberhard Ganglberger gibt dem „Guten Hirten“ sein Antlitz wieder.
Freskenmaler Eberhard Ganglberger gibt dem „Guten Hirten“ sein Antlitz wieder.
- Parth



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