Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 22.08.2019


Bezirk Schwaz

Landjugend/Jungbauern: Regional aufgekocht für Hunderte Festgäste

Die Tiroler Landjugend/Jungbauern setzt auf regionale Produkte bei ihren Festen und versorgt alle Ortsgruppen mit einem Kochbuch dazu.

Josef Hechenberger, Stephanie Hörfarter, Gastronom Alois Rainer, Dominik Traxl und Josef Geisler (v. l.) präsentieren das Kochbuch der Landjugend/Jungbauern sowie Rindsgulasch nach dem Rezept des Buches.

© DählingJosef Hechenberger, Stephanie Hörfarter, Gastronom Alois Rainer, Dominik Traxl und Josef Geisler (v. l.) präsentieren das Kochbuch der Landjugend/Jungbauern sowie Rindsgulasch nach dem Rezept des Buches.



Von Angela Dähling

Strass – 15 kg Erdäpfel, 100 Eier, 10 kg Rindfleisch – das sind drei von zehn Zutaten, die man braucht, um für 100 Personen Tiroler Gröstl mit Spiegelei zu kochen. Nachzulesen in „Große Küche, kleine Küche – das regionale Festkochbuch“. Herausgeber ist die Tiroler Jungbauernschaft/Landjugend (TJB/LJ), die ihre 289 Ortsgruppen mit dem 90 Seiten starken, druckfrischen Buch jetzt gratis versorgen will. 35 einfache, aber schmackhafte Rezepte aus allen Tiroler Landesteilen beinhaltet es.

Die Besonderheiten: Die Zutatenangaben beziehen sich einmal auf vier Personen für die heimische Küche und dann auf 100 Personen, damit die Mitglieder sie bei ihren Festen anwenden können. Besonderheit Nummer zwei ist, dass die Landjugend sich mit ihrem Kochbuch dafür einsetzt, dass auch bei großen Vereinsfesten regionale Produkte auf dem Grillrost und im Kochtopf landen.

„Wir produzieren Lebensmittel von höchster Qualität und verfolgen dieses Thema seit Jahren. Wir möchten Vorbildfunktion haben und es glaubwürdig rüberbringen“, betonen Landesleiterin Stephanie Hörfarter und Landesobmann Dominik Traxl. Bauernbundobmann LHStv. Josef Geisler ergänzt: „Regionale Produkte zu kaufen, hat einen Mehrwert für die Gesellschaft: beim Klimaschutz und durch Arbeitsplätze in der Region.“ Auch Landwirtschaftskammer-Präsident Jose­f Hechen­berger ist erfreut über die Initiative der TJB/LJ.

„Festbesucher haben ein Recht darauf zu erfahren, woher die Produkte kommen, die sie konsumieren. Sehr viele Bauern haben deswegen in jüngerer Vergangenheit damit begonnen, freiwillig hinzuschreiben, woher die Produkte kommen, aus denen die Speisen auf ihren Veranstaltungen zubereitet werden“, sagt er. Diese Freiwilligkeit sei ein erster Schritt. Mittelfristig gelte es eine Kennzeichnungspflicht zu erreichen. Der Gast wolle wissen, woher sein Fleisch am Teller kommt. Und auch, woher die Eier stammen, die für die Produktion der Nudeln im Supermarktregal verwendet wurden. „Wir unterstützen diese Forderungen“, betont Hörfarter.

Das Festekochbuch ist derzeit nur für die TJB/LJ-Ortsgruppen erhältlich. Wenn andere Organisationen und Vereine Interesse haben, es ebenfalls zu beziehen, werde man weitere Exemplare drucken lassen, lässt die Führungsriege wissen.